Ein schwerer Unfall mit tragischen Folgen ereignete sich in Allentsteig, als ein Güterzug ein Auto erfasste und dabei ein junges Elternpaar das Leben kostete. Ihre zweijährige Tochter überlebte den Vorfall als einzige. Der Zusammenstoß ereignete sich gegen 16 Uhr an einem mit Blinklicht gesicherten Bahnübergang der Franz-Josefs-Bahn im Bezirk Zwettl, in der Nähe der ehemaligen Haltestelle Thaua.
Unfallhergang und Ermittlungen
Die genauen Umstände, die zu diesem folgenschweren Unfall führten, sind bislang unklar. Die Ermittler prüfen derzeit, ob Unachtsamkeit, eingeschränkte Sichtverhältnisse oder ein Fahrfehler der 34-jährigen Mutter, die das Fahrzeug steuerte, für den Zusammenstoß verantwortlich sind. Ähnliche tragische Vorfälle, wie der Flugzeugunfall in Baden-Baden: Tragisches Ereignis mit einem Todesfall, werfen Fragen zur Sicherheit an solchen Übergängen auf.
Familienhintergrund und Reaktionen
Die betroffene Familie war in der Gemeinde gut bekannt und geschätzt. Die Mutter hatte erst kürzlich ihren Führerschein erworben, was von den Anwohnern positiv aufgenommen wurde, insbesondere nachdem ihr Mann, ein Informatiker, im Frühjahr einen schweren Arbeitsunfall erlitten hatte. Bei diesem Vorfall hatte eine Stichflamme schwere Verbrennungen an seinem Gesicht und seinen Armen verursacht, wodurch er vorübergehend nicht fahren konnte. Die Heilung verlief jedoch gut, und seine Verletzungen waren zuletzt kaum noch sichtbar.
Dennoch kursieren Gerüchte über den Unfallhergang. Einige Zeugen berichteten, dass das Auto möglicherweise mitten auf den Gleisen stehen geblieben war. Ein Augenzeuge schilderte einen lauten Knall und gab an, dass der Lokführer mindestens ein- bis zweimal gehupt habe.
Die Tragödie und ihre Folgen
Weder die 34-jährige Mutter, die ursprünglich aus der Türkei stammt, noch der 39-jährige Vater mit serbischer Staatsangehörigkeit überlebten den Aufprall. Beide starben noch an der Unfallstelle. Ihre Tochter Mina hingegen wurde wie durch ein Wunder aus dem Wrack gerettet und mit einem Notarzthubschrauber ins Krankenhaus geflogen.
Die Erschütterung in der Region ist groß. Bürgermeister Georg Marksteiner äußerte sich betroffen: „Sie waren Stammkunden auf unserem Bio-Hof und kamen mehrmals die Woche vorbei. Sie waren sehr nett, auch wenn sie bei uns noch nicht so lange bekannt waren.“ Er erinnerte sich daran, dass die kleine Mina oft auf dem Hof war und gerne die Kühe beobachtete. Ein Nachbar beschrieb die Familie als freundlich und nett, wobei die Mutter häufig mit dem Kinderwagen spazieren ging.
Diskussion um den Bahnübergang
Für die Einsatzkräfte war der Einsatz besonders belastend. „Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen und allen Betroffenen dieses tragischen Unfalls“, erklärten die Helfer. Das Fahrzeug war nach dem Zusammenstoß teilweise unter dem Zug eingeklemmt, was die Bergung über mehrere Stunden hinauszog. Erst mit Hilfe zweier Seilwinden konnte der Pkw schließlich geborgen werden.
Der Vorfall wirft erneut Fragen zu einem seit Jahren umstrittenen Bahnübergang auf. Die Kreuzung auf der L75 bei Allentsteig war bereits mehrfach Schauplatz schwerer Kollisionen. Im Jahr 2015 verlor ein 49-jähriger Lokführer sein Leben, als sein Zug mit einem Sattelschlepper zusammenstieß. Auch der Fall Drei Tote vor Linzer Wirtshaus: Ermittlungen zu Motiven im Gange zeigt, wie wichtig die Sicherheit an solchen Übergängen ist.
In Österreich sind vollautomatisch beschrankte Eisenbahnkreuzungen gemäß der Eisenbahnkreuzungsverordnung mit Schrankenbäumen, Lichtzeichen und akustischen Signalen ausgestattet, während nicht beschrankte, aber technisch gesicherte Übergänge nur mit Lichtzeichen und gegebenenfalls einem akustischen Warnsignal versehen sind, ohne dass sich Schranken schließen.
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Quellen: kosmo
Bildquelle: Shutterstock