Die Anwohner der Brennerautobahn beklagen seit Jahren die hohen Belastungen durch den Transitverkehr. Am Samstag nach Pfingsten wird die Strecke nun aufgrund einer Protestveranstaltung vollständig gesperrt.
Am 30. Mai droht der wichtigsten Verkehrsverbindung zwischen Deutschland und Italien eine nahezu vollständige Blockade, verursacht durch eine Demonstration auf der Brennerautobahn. Um mögliche Verkehrschaos zu vermeiden, hat die Tiroler Landesregierung entschieden, nicht nur die Autobahn zu sperren, sondern auch den Durchgangsverkehr auf den angrenzenden Bundes- und Landesstraßen zu unterbinden. „Für Durchreisende ist es am 30. Mai nicht möglich, den Brennerkorridor zu nutzen“, warnte die Tiroler Landesregierung in Innsbruck. An diesem Tag, der traditionell stark vom Urlaubsverkehr geprägt ist, sind in ganz Tirol Verzögerungen und Behinderungen zu erwarten.
Verkehrsbelastung am Brennerpass
Der Brennerpass, als niedrigster Übergang über die Alpen, ist seit dem Mittelalter die meistbefahrene Verkehrsverbindung zwischen Mittel- und Nordeuropa und Italien. Jährlich nutzen etwa 14 Millionen Fahrzeuge die Brennerautobahn. Eine derart umfassende Blockade der Route durch das Wipptal ist in Friedenszeiten äußerst selten. An dem besagten Samstag dürfen nur Fahrzeuge auf den Straßen fahren, deren Ausgangspunkt oder Ziel im Wipptal oder einem der angrenzenden Seitentäler liegt. Die Tiroler Polizei wird verstärkt Kontrollen durchführen.
Hintergrund der Protestaktion
Die Protestaktion gegen die hohe Verkehrsbelastung wurde vom Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger, als Privatperson angemeldet. Die Bezirkshauptmannschaft Innsbruck hat die beantragte Totalsperre im dritten Anlauf nun genehmigt, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete. Die Durchgangsstraßen werden an diesem Samstag von 11 bis 19 Uhr gesperrt.
Bürgermeister Mühlsteiger hatte bereits zweimal versucht, eine solche Protestversammlung zu beantragen; beide Male wurden diese jedoch nicht genehmigt. Im vergangenen Jahr entschied das Tiroler Landesverwaltungsgericht, dass die Versammlungsfreiheit verletzt wurde und gab einer Beschwerde statt. Eine Untersagung der Demonstration mit der Begründung einer hohen Verkehrsbelastung am Brenner und im Wipptal „führt im Grunde die Versammlungsfreiheit ad absurdum“, so das Gericht.
Die Bezirkshauptmannschaft hatte die ursprüngliche Ablehnung der Demo unter anderem mit einer „extremen, weiträumigen, langwährenden und sicherheitsgefährdenden Störung des Straßenverkehrs auf einer Schlüsselverbindung“ begründet. Der Autobahnbetreiber Asfinag schätzt, dass während der Sperrung am 30. Mai mehr als 32.000 Fahrzeuge den Brenner nicht passieren können. Die Situation verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen den Anwohnern, die unter dem Transitverkehr leiden, und den Behörden, die versuchen, den Verkehrsfluss aufrechtzuerhalten.
Reaktionen und Auswirkungen
Die Situation verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen den Anwohnern, die unter dem Transitverkehr leiden, und den Behörden, die versuchen, den Verkehrsfluss aufrechtzuerhalten.
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