US-Bürgermeisterin tritt nach Spionagevorwürfen zurück
12.05.2026, 12:14 Uhr
Im US-Bundesstaat Kalifornien sorgt ein Fall für Aufsehen, der die Sicherheitslage in den Vereinigten Staaten betrifft. Eileen Wang, die Bürgermeisterin der Stadt Arcadia, hat aufgrund schwerwiegender Spionagevorwürfe ihren Rücktritt erklärt. Das US-Justizministerium hat bekannt gegeben, dass sie als illegale ausländische Agentin für China angeklagt wurde.
Die 58-jährige Wang wurde im November 2022 in den Stadtrat von Arcadia gewählt, einer Stadt, die etwa 20 Kilometer nordöstlich von Los Angeles im San Bernardino Valley liegt. Das Bürgermeisteramt wird in dieser Stadt turnusgemäß vergeben.
Vorwürfe und Geständnis
Laut einer Mitteilung des Justizministeriums hat Wang zugegeben, als illegale ausländische Agentin für China tätig gewesen zu sein. Gemeinsam mit ihrem damaligen Verlobten arbeitete sie an einer Website namens „US News Center“, die sich als Nachrichtenquelle für die chinesisch-amerikanische Gemeinschaft ausgab.
In dieser Funktion verbreiteten sie Propaganda, die darauf abzielte, die Interessen Chinas zu fördern. Wang und ihr Verlobter sollen regelmäßig Berichte an ihre Auftraggeber in China über die Reichweite ihrer Beiträge übermittelt haben.
Verbreitung von Propaganda
Ein konkreter Fall, der in der Anklage erwähnt wird, betrifft die Veröffentlichung eines vorgefertigten Artikels in der Los Angeles Times, der von einem Beamten der Volksrepublik China verfasst wurde. In diesem Artikel wurden Vorwürfe von Völkermord und Zwangsarbeit zurückgewiesen. Die entsprechenden Informationen erhielt Wang über verschlüsselte Nachrichten auf WeChat.
Wang gestand, zwischen 2020 und 2022 mit der Volksrepublik China zusammengearbeitet zu haben. Ihr droht eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren. Ihr früherer Verlobter wurde bereits 2024 angeklagt und im Februar 2026 zu vier Jahren Haft verurteilt, ebenfalls wegen seiner Tätigkeit als verdeckter Agent für China.
Reaktionen der Behörden
„Personen in unserem Land, die im Geheimen im Auftrag ausländischer Regierungen handeln, untergraben unsere Demokratie“, sagte Bill Essayli, stellvertretender US-Staatsanwalt. Diese Vereinbarung sei ein weiterer Erfolg im Kampf gegen Chinas Versuche, die Institutionen der USA zu korrumpieren.
Essayli fügte hinzu: „Frau Wang ist nur die jüngste in einer Reihe von Agenten der Volksrepublik China, und es sollte die Amerikaner zutiefst beunruhigen, dass sie es geschafft hat, in ihrer Stadt bis in die höchsten lokalen Ämter aufzusteigen.“
Die Vorwürfe gegen Wang werfen ein Schlaglicht auf die wachsenden Bedenken hinsichtlich ausländischer Einflussnahme in den USA und die Notwendigkeit, die nationale Sicherheit zu stärken. Zudem wirft der Rücktritt von Berlins Kultursenatorin Fragen zur Transparenz in der Kulturförderung auf.
Die Reaktionen der politischen Parteien sind ebenfalls bemerkenswert. Grüne, SPD und Linke ziehen sich von X zurück: Ein Schritt in neue Kommunikationsstrategien.
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Quellen: n-tv, Der Spiegel
Bildquelle: depositphotos