In mehreren Städten Bayerns finden heute Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr statt, betroffen sind unter anderem München, Nürnberg und Augsburg. Die Einschränkungen im ÖPNV betreffen je nach Stadt U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen.
Die Tarifverhandlungen für rund 9.000 Beschäftigte gestalten sich schwierig, was viele Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr in Bayern bereits bemerkt haben. An verschiedenen Tagen kam es bereits zu Streiks, und heute hat die Gewerkschaft erneut mehrere Städte auf die Streikliste gesetzt. Zu den betroffenen Städten gehören München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Fürth, Bayreuth, Dachau, Passau, Landshut und Schweinfurt. In Aschaffenburg sind lediglich die Werkstätten betroffen.
Verkehrsangebot in den betroffenen Städten
Obwohl einige Buslinien im Auftrag der Kommunen fahren, wird der Verkehr nicht überall vollständig zum Erliegen kommen. Die Gewerkschaft Verdi rechnet jedoch mit erheblichen Auswirkungen durch die ganztägige Aktion. In den Regionen München und Nürnberg werden die S-Bahnen, die zur Deutschen Bahn gehören, weiterhin fahren. In Augsburg sind die Stadtteillinien 21, 24/25 und 38 in Betrieb, da diese von privaten Busunternehmen betrieben werden, die nicht bestreikt werden. Zudem haben die Stadt Augsburg und der Schaustellerverband eigene Shuttle-Busse zum Plärrer, dem größten Volksfest Schwabens, organisiert. Die genauen Haltestellen und Abfahrtszeiten sind ab dem Vormittag auf der Website der Stadt Augsburg abrufbar.
Situation in München
In München ist die U-Bahn derzeit nur auf zwei Abschnitten in Betrieb: Die Linien U3/U6 verkehren alle 10 Minuten im Abschnitt Fürstenried West – Implerstraße – Sendlinger Tor – Münchner Freiheit – Fröttmaning, während die Linien U2/U5 alle 20 Minuten im Abschnitt Feldmoching – Scheidplatz – Hauptbahnhof – Sendlinger Tor – Giesing Bf. – Neuperlach Süd fahren. Bei den Straßenbahnen sind drei Linien aktiv, wobei die Linie 20 alle 10 Minuten und die Linie 17 im Abschnitt Sendlinger Tor – St. Emmeram alle 20 Minuten verkehrt. Laut der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) sind mehr als die Hälfte der Busse im Einsatz, allerdings fahren diese unregelmäßig auf allen Linien.
Die Einschränkungen werden voraussichtlich erhebliche Auswirkungen auf die Pendler haben, sei es auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule, zu Arztterminen oder beim Einkaufen. An diesem Tag sind alternative Verkehrsmittel gefragt oder die Möglichkeit, zu Hause zu bleiben.
Ziel des Warnstreiks
Mit dem Warnstreik soll laut Verdi erneut Druck auf die Arbeitgeber ausgeübt werden. Die Gewerkschaft ist sich bewusst, dass viele Bürgerinnen und Bürger frustriert sind. Zudem ist das Auto angesichts der hohen Benzinpreise eine kostspielige Alternative geworden.
Das zuletzt verbesserte Angebot der Arbeitgeber reicht der Gewerkschaft jedoch nicht aus. Statt der ursprünglich geforderten 670 Euro verlangt die Gewerkschaft nun 550 Euro in zwei Schritten. Zudem soll die Arbeitszeit von derzeit 38,5 auf 35 Stunden pro Woche verkürzt werden, jedoch über einen längeren Zeitraum hinweg.
Reaktionen der Arbeitgeber
Der kommunale Arbeitgeberverband Bayern hat die Forderungen überprüft und kommt auf eine durchschnittliche Entgeltsteigerung von 14 Prozent, was als nicht finanzierbar angesehen wird. Die Arbeitgeber haben der Gewerkschaft mitgeteilt, was realistisch umsetzbar ist. Ein verbessertes Angebot sieht unter anderem eine Erhöhung in Schritten von bis zu neun Prozent sowie eine Reduzierung der Arbeitszeit um eine Stunde pro Woche vor. Ob es zu weiteren Verhandlungen kommt, wird am kommenden Mittwoch in Nürnberg entschieden.
Dieser Artikel wurde am 11. April 2026 veröffentlicht und ist weiterhin von Relevanz.
Für weitere Informationen zu aktuellen Störungen im Zugverkehr, wie etwa Vorfälle mit Oberleitung bei Wittenberg, oder um herauszufinden, welche Flüge von dem Streik am Flughafen Köln/Bonn betroffen sind, können Sie die entsprechenden Links nutzen.
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