Nach dem Ausbruch des Hantavirus auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ sind vier deutsche Passagiere in den Niederlanden angekommen und wurden in speziellen Transporten nach Frankfurt gebracht. Dort müssen sie sich in Quarantäne begeben, während die Gesundheitsbehörden über die weiteren Schritte entscheiden. Ein tödlicher Ausbruch von Atemwegserkrankungen auf einem anderen Kreuzfahrtschiff hat ebenfalls Besorgnis ausgelöst.
Evakuierung und Ankunft in Deutschland
Die vier deutschen Reisenden des Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ wurden am späten Abend von Eindhoven aus nach Deutschland geflogen. Auf dem Schiff war es zu einem tödlichen Virus-Ausbruch gekommen. Am frühen Morgen gab es noch keine Bestätigung über die Ankunft der Passagiere in der Uniklinik Frankfurt, wo sie zunächst untersucht und beobachtet werden sollen, bevor sie in die jeweiligen Bundesländer zur Quarantäne gebracht werden. Die zuständigen Gesundheitsämter entscheiden über die Maßnahmen.
Am Sonntagnachmittag waren die Betroffenen per Evakuierungsflug von der Kanareninsel Teneriffa, wo die „Hondius“ nach mehreren Wochen auf See angelegt hatte, nach Eindhoven in den Niederlanden geflogen worden. An Bord des Schiffs befanden sich neben Deutschen auch Niederländer, Belgier und Griechen. Alle Passagiere waren symptomfrei, wie das spanische Gesundheitsministerium vor dem Abflug mitteilte.
Transport nach Frankfurt
Vom militärischen Teil des Flughafens Eindhoven aus wurden die Passagiere in einem Fahrzeugkonvoi nach Frankfurt gebracht. Dieser sogenannte Sonderisoliertransport wurde von Einsatzkräften der Feuerwehren aus Essen und Frankfurt organisiert und begleitet.
Quarantäne-Maßnahmen in Deutschland
Einer der deutschen Passagiere soll in die Berliner Charité gebracht werden. Laut der zuständigen Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit zeigt diese Person bisher keine Symptome und stammt „aus der Region Berlin-Brandenburg“. Eine symptomfreie Kontaktperson vom Kreuzfahrtschiff „Hondius“ wird in Baden-Württemberg in häusliche Quarantäne gehen, wie das Sozial- und Gesundheitsministerium in Stuttgart am Abend mitteilte. Wichtige Infos zum Dengue-Risiko sind ebenfalls von Bedeutung, wenn man in tropische Regionen reist.
Evakuierungsaktion auf Teneriffa
Im Rahmen der Evakuierungsaktion wurden auf der spanischen Urlaubsinsel drei Flugzeuge mit Spaniern, Franzosen und Kanadiern gestartet. Weitere Maschinen aus Großbritannien, Irland, der Türkei und den USA sollten bis zum Abend folgen. Am Montag sind zusätzliche Flüge aus den Niederlanden sowie ein Flugzeug aus Australien geplant.
Die „Hondius“ hatte am frühen Sonntagvormittag im Hafen von Granadilla auf Teneriffa angelegt. Auf dem Kreuzfahrtschiff waren zuletzt insgesamt 140 bis 150 Reisende, Besatzungsmitglieder und begleitende Experten aus 23 Ländern. Laut dem Bundesgesundheitsministerium waren darunter eine mittlere einstellige Zahl von deutschen Staatsangehörigen. Der Schiffsbetreiber Oceanwide gab an, dass insgesamt sechs Deutsche an Bord waren.
Aktuelle Situation und Maßnahmen
Laut den neuesten Informationen der WHO gibt es sechs bestätigte Hantavirus-Fälle und zwei Verdachtsfälle. Drei dieser acht Personen sind verstorben, darunter ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden und eine Frau aus Deutschland. Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien angesteckt haben könnte.
Sobald die Passagiere von Bord sind, soll die „Hondius“ ihre Fahrt mit einem Teil der Crew fortsetzen und in Richtung Niederlande steuern, unter deren Flagge sie fährt. Erst nach der Ankunft im Hafen Rotterdam wird der Leichnam der verstorbenen Deutschen vom Schiff gebracht. Auch die Desinfektion des Schiffs wird in den Niederlanden vorgenommen. Die „Hondius“ benötigt für die Strecke nach Rotterdam etwa fünf Tage. Der genaue Ankunftstermin ist noch unbekannt.
„`
Quellen: n-tv
Bildquelle: depositphotos