Nachrichten für Oldenburg und die Region

Aktuelles Echo
So kurz vor dem Abflug: Tragisches Schicksal eines Urlaubers am Flughafen Mallorca So kurz vor dem Abflug: Tragisches Schicksal eines Urlaubers am Flughafen Mallorca Vor 6 Stunden Trauer um Prinzessin Zariah: Verlust im brunei’schen Königshaus Trauer um Prinzessin Zariah: Verlust im brunei’schen Königshaus Vor 6 Stunden Tankstellenpreise in Bayern: Warum die Zwölf-Uhr-Regel gescheitert ist Tankstellenpreise in Bayern: Warum die Zwölf-Uhr-Regel gescheitert ist Vor 6 Stunden Wrestling-Unfall in Mexiko: Ringrichter stirbt nach verbotenen Griff – Oldenburger Echo Wrestling-Unfall in Mexiko: Ringrichter stirbt nach verbotenen Griff – Oldenburger Echo Vor 6 Stunden Nach 46 Jahren: Ende der traditionsreichen Krimiserie „Ein Fall für zwei“ Nach 46 Jahren: Ende der traditionsreichen Krimiserie „Ein Fall für zwei“ Vor 8 Stunden Tragischer Verlust: Topmodel Giane Alves stirbt überraschend im Alter von 32 Jahren Tragischer Verlust: Topmodel Giane Alves stirbt überraschend im Alter von 32 Jahren Vor 8 Stunden Baupreise in Deutschland zeigen deutliche Steigerung im Jahresvergleich Baupreise in Deutschland zeigen deutliche Steigerung im Jahresvergleich Vor 8 Stunden Anne Carson: Kanada feiert ihre Nobelpreisauszeichnung für literarische Innovation. Anne Carson: Kanada feiert ihre Nobelpreisauszeichnung für literarische Innovation. Vor 8 Stunden Vorwürfe gegen Ex-BVB-Manager: 29 Betroffene äußern sich zu vergangenen Übergriffen Vorwürfe gegen Ex-BVB-Manager: 29 Betroffene äußern sich zu vergangenen Übergriffen Vor 8 Stunden Strategische Offensive: Deutsches Heer erhält neue Marschflugkörper für Einsatzbereitstellung Strategische Offensive: Deutsches Heer erhält neue Marschflugkörper für Einsatzbereitstellung Vor 8 Stunden

Kokain aus Sierra Leone: Ein wachsender Hotspot im europäischen Drogenhandel

Der Zoll hat im JadeWeserPort in Wilhelmshaven acht Tonnen Kokain sichergestellt, was die wachsende Rolle Sierra Leones im internationalen Drogenhandel verdeutlicht. Ermittler warnen vor einem Trend, dass kleinere europäische Häfen für Drogenbanden zunehmend ins Visier geraten.

Kokain aus Sierra Leone: Ein wachsender Hotspot im europäischen Drogenhandel
GZD via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Rekordfund von Kokain im JadeWeserPort

Der Zoll in Deutschland hat eine beispiellose Menge Kokain im JadeWeserPort in Wilhelmshaven sichergestellt. Dieser Vorfall verdeutlicht die zunehmende Rolle von Sierra Leone im internationalen Kokainhandel, wie Recherchen zeigen.

🎁 Gewinnspiel

Jetzt Newsletter abonnieren und gewinnen!

Melde dich zum kostenlosen Newsletter an und nimm automatisch an unserem Gewinnspiel teil. Wir verlosen 500 × 100 € Wunschgutscheine unter allen Abonnenten.

Der spektakuläre Fund

Ein 160 Meter langes Containerschiff legte Anfang Februar am Terminal des JadeWeserPort an. Das Schiff, das aus Sierra Leone kam, hatte verschiedene Güter geladen, darunter einen grauen Container, der lediglich umgeladen werden sollte. Laut den Frachtpapieren enthielt dieser Container Kakaobohnen, mit dem Zielhafen Barcelona in Spanien.

Die Zöllner waren jedoch misstrauisch und führten eine Kontrolle durch, die zu einem Rekordfund führte: In der Ladung wurden 400 Pakete entdeckt, die fest in schwarzes Plastik gewickelt waren. Jedes dieser Pakete enthielt 20 Blöcke Kokain, was insgesamt acht Tonnen der Droge ausmachte. Dies stellt eine der größten Einzelsicherstellungen in Deutschland dar.

Schlag gegen die Drogenkriminalität

Tino Igelmann, der Leiter des Zollkriminalamtes, bezeichnete den Fund als einen schweren Schlag gegen die organisierte Drogenkriminalität. Er dankte der Staatsanwaltschaft Aurich, die einer schnellen Vernichtung der Drogen zugestimmt hatte, um zu verhindern, dass die Drogenbande versucht, die Drogen zurückzuerlangen.

Europas Kokainmarkt im Wandel

Der Fall ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. In den letzten Jahren hat sich Europa zum größten Absatzmarkt für Kokain weltweit entwickelt, wobei immer größere Mengen aus Lateinamerika nach Ländern wie Frankreich, Spanien, Belgien, Deutschland und in die Niederlande gelangen.

Um dem Anstieg der Kokainlieferungen entgegenzuwirken, haben europäische Häfen ihre Sicherheitsmaßnahmen erheblich verstärkt. In großen Häfen wie Rotterdam, Hamburg und Antwerpen sind die Funde von Kokain zurückgegangen. Der aktuelle Fund im JadeWeserPort, einem vergleichsweise kleinen Hafen, könnte jedoch darauf hindeuten, dass Drogenbanden zunehmend kleinere und Binnenhäfen ins Visier nehmen.

Sierra Leone als zentraler Umschlagplatz

Sierra Leone hat sich in den letzten Jahren zu einem bedeutenden Umschlagplatz im transatlantischen Kokainhandel entwickelt. Die Drogen werden aus Lateinamerika nach Westafrika geschmuggelt und von dort aus weiter nach Europa transportiert. Erst Anfang Mai wurde ein weiteres Schiff aus Sierra Leone von der spanischen Polizei vor der Küste der Westsahara gestoppt, an Bord befanden sich mehr als 30 Tonnen Kokain.

Verbindungen zu kriminellen Netzwerken

Niederländische Ermittler bringen die steigenden Kokainlieferungen aus Westafrika mit einem Mann in Verbindung, der als „Bolle Jos“ bekannt ist. Jos Leijdekkers gilt als einer der meistgesuchten Kriminellen in Europa und wurde in den Niederlanden in Abwesenheit zu 24 Jahren Haft verurteilt.

Die Opposition in Sierra Leone hat der Regierung vorgeworfen, den Drogenbaron zu schützen, was die Regierung jedoch zurückweist. Ob die im JadeWeserPort beschlagnahmten acht Tonnen Kokain mit Leijdekkers in Verbindung stehen, ist bislang unklar.

Internationale Zusammenarbeit und Herausforderungen

Monika Dennhardt, die Leiterin der Zollfahndung Hannover, äußerte sich auf einer Pressekonferenz zurückhaltend zu den Verbindungen zwischen den Drogen und Leijdekkers. Sie lobte jedoch die internationale Zusammenarbeit zwischen den Zollbehörden in Niedersachsen und Spanien, die dazu beigetragen hat, die internationalen Lieferstrukturen zu durchleuchten.

Insider berichten, dass europäische Sicherheitsbehörden in Westafrika nicht ausreichend vernetzt sind, im Gegensatz zu den Verbindungen in Lateinamerika. Hans-Joachim Leon, Leiter der Rauschgiftbekämpfung im BKA, äußerte Besorgnis über die wachsende Bedeutung von Sierra Leone als Drehkreuz für den Drogenschmuggel.

Ermittlungen und Festnahmen

Ob die Ermittler die Hintermänner der acht Tonnen Kokain identifizieren können, bleibt abzuwarten. Die Zollfahndung Hannover hat jedoch bereits einen Ermittlungserfolg erzielt, indem sie den Container mit einer Tarnladung füllte und ihn weiter nach Barcelona transportieren ließ. Dort meldete sich eine Firma, die die Ware übernehmen wollte, was zur Festnahme von zwei Männern in Andalusien führte, die mit der Importfirma in Verbindung stehen.

Die Drogenkriminalität bleibt ein ernstes Problem, und die Sicherheitsbehörden müssen sich auf die wachsende Bedrohung durch internationale Drogenbanden einstellen.

„`


Quellen: tagesschau

Bildquelle: GZD via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Artikel teilen:

Empfehlungen für dich.