Nachrichten für Oldenburg und die Region

Aktuelles Echo
So kurz vor dem Abflug: Tragisches Schicksal eines Urlaubers am Flughafen Mallorca So kurz vor dem Abflug: Tragisches Schicksal eines Urlaubers am Flughafen Mallorca Vor 7 Stunden Trauer um Prinzessin Zariah: Verlust im brunei’schen Königshaus Trauer um Prinzessin Zariah: Verlust im brunei’schen Königshaus Vor 7 Stunden Tankstellenpreise in Bayern: Warum die Zwölf-Uhr-Regel gescheitert ist Tankstellenpreise in Bayern: Warum die Zwölf-Uhr-Regel gescheitert ist Vor 7 Stunden Wrestling-Unfall in Mexiko: Ringrichter stirbt nach verbotenen Griff – Oldenburger Echo Wrestling-Unfall in Mexiko: Ringrichter stirbt nach verbotenen Griff – Oldenburger Echo Vor 7 Stunden Nach 46 Jahren: Ende der traditionsreichen Krimiserie „Ein Fall für zwei“ Nach 46 Jahren: Ende der traditionsreichen Krimiserie „Ein Fall für zwei“ Vor 9 Stunden Tragischer Verlust: Topmodel Giane Alves stirbt überraschend im Alter von 32 Jahren Tragischer Verlust: Topmodel Giane Alves stirbt überraschend im Alter von 32 Jahren Vor 9 Stunden Baupreise in Deutschland zeigen deutliche Steigerung im Jahresvergleich Baupreise in Deutschland zeigen deutliche Steigerung im Jahresvergleich Vor 9 Stunden Anne Carson: Kanada feiert ihre Nobelpreisauszeichnung für literarische Innovation. Anne Carson: Kanada feiert ihre Nobelpreisauszeichnung für literarische Innovation. Vor 9 Stunden Vorwürfe gegen Ex-BVB-Manager: 29 Betroffene äußern sich zu vergangenen Übergriffen Vorwürfe gegen Ex-BVB-Manager: 29 Betroffene äußern sich zu vergangenen Übergriffen Vor 9 Stunden Strategische Offensive: Deutsches Heer erhält neue Marschflugkörper für Einsatzbereitstellung Strategische Offensive: Deutsches Heer erhält neue Marschflugkörper für Einsatzbereitstellung Vor 9 Stunden

Neue KI-Technologie könnte Finanzsystem destabilisieren

Das KI-Modell Claude Mythos von Anthropic könnte das Finanzsystem destabilisieren, indem es Sicherheitslücken schneller aufdeckt. Banken und Aufseher sind alarmiert, da Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen drohen.

Neue KI-Technologie könnte Finanzsystem destabilisieren
KI-generiert

Anthropic-Modell Claude Mythos

🎁 Gewinnspiel

Jetzt Newsletter abonnieren und gewinnen!

Melde dich zum kostenlosen Newsletter an und nimm automatisch an unserem Gewinnspiel teil. Wir verlosen 500 × 100 € Wunschgutscheine unter allen Abonnenten.

Wie KI Banken und das Finanzsystem gefährden könnte

Stand: 02.06.2026 • 10:18 Uhr

Das KI-Modell Claude Mythos des Unternehmens Anthropic entdeckt Softwareanfälligkeiten in Rekordzeit. Ein möglicher Missbrauch könnte Cyberangriffe begünstigen. Banken und Aufsichtsbehörden zeigen sich besorgt: Ist das Finanzsystem anfälliger denn je?

Eine Analyse von Angela Göpfert, ARD-Finanzredaktion

Auf den ersten Blick mag es sich um ein Thema handeln, das vor allem IT-Experten interessiert: Eine neue Künstliche Intelligenz identifiziert Schwachstellen in Software schneller als je zuvor. Doch im globalen Finanzsystem könnte dies ein erhebliches Risiko für die Stabilität darstellen. Banken, Börsen, Zahlungsdienstleister und Versicherungen sind auf funktionierende und sichere Software angewiesen.

Wenn Künstliche Intelligenz Sicherheitslücken schneller aufspürt, besteht die Gefahr, dass diese auch von Kriminellen rascher ausgenutzt werden. Experten warnen bereits vor einem systemischen Risiko für das globale Finanzsystem. Wie verändert sich die Kriegsführung durch moderne Technologien?

Auslöser dieser Diskussion ist Claude Mythos – das neueste KI-Modell des US-Unternehmens Anthropic. In Testläufen soll es bereits Tausende von kritischen Sicherheitslücken, sogenannte Zero-Days, entdeckt haben, die zuvor jahrzehntelang unentdeckt blieben. Zudem ist es in der Lage, eigenständig komplexe Cyberangriffe zu programmieren.

Unternehmen wie Anthropic, OpenAI oder SpaceX gelten als die neuen KI-Pioniere auf dem Markt.

Warum Aufsichtsbehörden vor KI-Risiken warnen

Die Europäische Zentralbank (EZB) betrachtet dies als ernsthafte Bedrohung für das Finanzsystem und hat daher ein Nottreffen europäischer Banken einberufen. Der Financial Stability Board (FSB), der zentrale internationale Finanzstabilitätswächter der G20, spricht von „neuen und fortgeschrittenen Risiken für die globale Finanzstabilität“.

Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht in KI-Modellen wie Mythos eine Gefahr für das globale Finanzsystem und warnt vor einem „potenziellen makrofinanziellen Schock“. Laut einer Analyse des IWF könnten massive Verluste durch Cybervorfälle zu Finanzierungsengpässen führen, das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit von Institutionen untergraben und weitreichende Marktverwerfungen nach sich ziehen.

Cyberkriminalität gegen Unternehmen und Privatpersonen stellt ein wachsendes Risiko dar. Besonders bedrohlich ist der Einsatz von KI.

Was ein Angriff auf SWIFT auslösen könnte

Man stelle sich vor, ein so leistungsfähiges KI-Modell wie Mythos richtet sich gegen die globale Bankinfrastruktur – beispielsweise gegen das zentrale Nachrichtensystem SWIFT, über das Banken weltweit Zahlungsaufträge und andere Finanznachrichten sicher austauschen.

Die möglichen Schäden wären enorm. Angreifer könnten Zahlungsströme in Milliardenhöhe manipulieren und das Vertrauen in Banken sowie das gesamte Finanzsystem erheblich erschüttern. Anthropic selbst hält seine neue KI für zu gefährlich und hat sie daher bislang weitgehend unter Verschluss, plant jedoch, sie in den kommenden Wochen für alle Kunden zugänglich zu machen.

Das Pentagon drängt Anthropic zur Freigabe seiner KI für militärische Zwecke – die Frist läuft bis Freitag.

Project Glasswing soll kritische IT schützen

Bisher haben nur ausgewählte Unternehmen und Organisationen im Rahmen von „Project Glasswing“ kontrollierten Zugriff auf Claude Mythos. Dazu zählen unter anderem Amazon, Microsoft, Apple, Google, Nvidia und JPMorgan Chase. Ziel ist es, Sicherheitslücken in kritischer Software-Infrastruktur schneller zu identifizieren und zu schließen.

Experten bezeichnen Mythos nicht umsonst als klassische „Dual-Use-Technologie“: Das neue KI-Modell ist sowohl eine potenzielle Cyberwaffe als auch ein effektives Werkzeug zur Abwehr von Cyberangriffen.

Nach Amazon investiert nun auch Google mehrere Milliarden in die Entwicklerfirma Anthropic.

Europas Banken haben (noch) keinen Zugang

Die EU-Behörde für Cybersicherheit (ENISA) soll ebenfalls Zugang zum KI-Modell Mythos von Anthropic erhalten. Die konkreten Bedingungen müssen jedoch noch ausgehandelt werden, wie am Montag bekannt wurde. Bis dahin bleiben europäische Banken außen vor – Experten betonen jedoch, dass sie jetzt aktiv werden müssen.

Banken im Euroraum sollten mehr in Cybersicherheit investieren, ist Luis de Guindos überzeugt. „Wir müssen das Bewusstsein der Finanzinstitute schärfen, dass zusätzliche Investitionen in Cybersicherheit notwendig sind“, betont der scheidende EZB-Vizepräsident.

Banken müssen Sicherheitslücken schneller schließen

Experten weisen darauf hin, dass die sogenannten „Patch-Gaps“ entscheidend sind – also die Zeitspanne zwischen dem Auffinden und dem Schließen einer Sicherheitslücke. In der Vergangenheit ließen sich Banken dafür teils wochenlang Zeit, was in der neuen KI-Ära Cyberkriminellen Tür und Tor öffnen könnte. Wie eine Klage zeigt, dass ChatGPT potenzielle Risiken für Jugendliche birgt

Für die Banken bedeutet dies, dass sie mehr in Personal investieren müssen: „Banken müssen jetzt mehr Geld ausgeben, um Mitarbeiter einzustellen, die diese Lücken so schnell wie möglich schließen“, betont Daniel Kröger, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter DWS, im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion.

Warum der Zeitvorsprung der Verteidiger schrumpft

Die Zeit drängt: Es geht nicht nur um Anthropic und Claude Mythos, sondern auch um vergleichbare KI-Modelle, die möglicherweise bald kriminellen Akteuren oder Nationalstaaten wie Russland und China zur Verfügung stehen könnten.

Logan Graham, Leiter des führenden IT-Sicherheitsteams von Anthropic, warnte im US-Magazin Wired: „Wir müssen uns jetzt auf eine Welt vorbereiten, in der diese Fähigkeiten in 6, 12, 24 Monaten breit verfügbar sein werden.“

In der Regel sind Hacker „gewöhnliche Kriminelle“, und oft geht es ihnen ums Geld, so das Ergebnis eines Microsoft-Reports.

KI wird zum Stresstest für Banken und Aufseher

Das KI-Modell Mythos von Anthropic ist ein Weckruf für Banken, Unternehmen und Aufsichtsbehörden. Die Stabilität des globalen Finanzsystems steht auf dem Spiel. Bereits die Finanzkrise 2008 hat eindrücklich gezeigt, dass oft schon eine Vermutung oder ein Gerücht über mögliche Schwierigkeiten einer Bank ausreicht, um große Marktverwerfungen auszulösen.

Die unerwarteten Fähigkeiten von Claude Mythos sind ein Signal, die Verteidigung schnellstmöglich zu verstärken. Europäische Banken müssen darauf achten, nicht ins Hintertreffen zu geraten: Project Glasswing verschafft US-Instituten derzeit einen Vorteil beim Schließen von Sicherheitslücken.

Internationale Kooperationen zwischen KI-Entwicklern, Banken, Unternehmen und Aufsichtsbehörden sind jetzt dringlicher denn je. Denn Cyberkriminalität kennt keine Grenzen – ebenso wenig wie Finanzkrisen.

Angela Göpfert, HR Frankfurt, tagesschau, 01.06.2026 • 16:47 Uhr

„`


Quellen: tagesschau, Der Spiegel

Artikel teilen:

Empfehlungen für dich.