Nordrhein-Westfalen: Drei Waschbärbabys wurden zunächst gerettet, dann jedoch getötet.
In Solingen (Nordrhein-Westfalen) ereignete sich eine herzzerreißende Rettungsaktion: Drei kleine Waschbärbabys befanden sich in einer Falle, etwa fünf Meter über dem Boden auf einem Vordach. Ihr Sturz drohte in jedem Moment. Die Feuerwehr wurde alarmiert und rückte an, um die Tiere in Sicherheit zu bringen. Doch die dramatische Rettung war letztlich vergeblich, da die Tiere trotzdem sterben mussten.
Die Situation nahm ihren Lauf, als Anwohner am Dienstagnachmittag die Waschbären auf einem Vordach in der Oberstraße entdeckten. Um ein Unglück zu verhindern, riefen sie die Feuerwehr. Diese setzte eine Drehleiter ein, um die Tiere in einem Karton sicher auf den Boden zu bringen.
Rettungsaktion mit Schwierigkeiten
Die Dringlichkeit der Lage wurde deutlich, als die Einsatzkräfte die ersten beiden Tiere erfolgreich gerettet hatten. Bevor die Feuerwehr das dritte Tier erreichen konnte, rutschte es jedoch ab. Glücklicherweise konnte auch dieses Waschbärbaby noch gerettet werden. Ein viertes Tier versteckte sich währenddessen im Dachkasten, wurde aber ebenfalls mit Hilfe eines Dachdeckers befreit.
Nach der Rettung wurden die Waschbären dem zuständigen Jäger übergeben. Doch wie sich später herausstellte, bedeutete dies nicht, dass die Tiere überleben würden. Laut Berichten wurden die Waschbärbabys getötet.
EU-Vorgaben zur Tötung von Waschbären
Die Tötung der Tiere ist gesetzlich vorgeschrieben. Waschbären gelten als invasive Art, und die Behörden versuchen, ihre Ausbreitung zu kontrollieren. Während erwachsene Waschbären nur in einem bestimmten Zeitraum gejagt werden dürfen, können Jungtiere das ganze Jahr über getötet werden. Diese Regelung basiert auf einer Verordnung der Europäischen Union, wie der Landesjagdverband NRW erläutert. Die Stadt Solingen bestätigte, dass die Tötung tierschutzgerecht erfolgt sei, und laut „Solinger Tageblatt“ wurden die Tiere erschossen.
Hintergrund zur Waschbärpopulation
Der Waschbär hat seinen Ursprung in Nordamerika. Laut dem Projekt Zowiac der Goethe-Universität Frankfurt wurde er unbeabsichtigt zu einem der häufigsten Wildtiere in Deutschland. Die ersten Waschbären wurden im frühen 20. Jahrhundert zur Pelztierhaltung nach Deutschland eingeführt. Seit ihrer Auswilderung im Jahr 1934 am Edersee in Hessen und einigen Ausbrüchen aus Pelzfarmen hat sich die Art in über 20 europäischen Ländern etabliert. Zudem ist es interessant zu wissen, dass tödliche Begegnungen mit Wespen und Bienen in Deutschland ebenfalls ein ernstes Thema darstellen.
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Quellen: Bild
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Bildquelle: Darkone via Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.5)