Wirtschaft
Reisende zeigen Unmut über anhaltende Streiks bei Lufthansa
15.04.2026, 11:54 Uhr
In den letzten Tagen haben zahlreiche Streiks bei Lufthansa zu erheblichen Unannehmlichkeiten für Passagiere geführt. Annullierte Flüge, überlastete Hotlines und geplatzte Reisepläne haben den Frust der gestrandeten Reisenden in Online-Foren zum Ausdruck gebracht. Die Stimmung unter den Passagieren scheint zunehmend angespannt zu sein.
Ein Nutzer mit dem Namen PradeYT äußert seinen Unmut: „Stell dir vor, du arbeitest hart in einem Beruf, in dem man nicht streiken darf. Dann fliegst du extra Freitag zurück, um rechtzeitig zu sein. Freitag fällt dein Flug aus, weil eine kleine privilegierte Gruppe den Hals nicht voll bekommt.“ Er kritisiert, dass auch an anderen Tagen keine Flüge stattfinden können, da die Streiks anhalten. „Möge Lufthansa das mal vor Gericht kippen. Verhältnismäßig ist hier ja nichts mehr,“ fügt er hinzu.
Die Streiks der Pilotengewerkschaft Cockpit und der Flugbegleitergewerkschaft Ufo sorgen nicht nur in Online-Foren wie Travel Dealz für hitzige Diskussionen. Bereits am vergangenen Freitag legten die Flugbegleiter die Arbeit nieder, gefolgt von den Piloten am Montag und Dienstag. Am Mittwoch und Donnerstag sind erneut die Flugbegleiter im Streik. Insgesamt wird die größte deutsche Airline fünf Tage am Stück bestreikt. Welche Flüge sind von dem Streik am Flughafen Köln/Bonn betroffen?
Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag der Lufthansa betroffen
Die Streiks fallen zudem mit dem Festakt zum 100. Geburtstag der Lufthansa zusammen. An diesem Tag wollte das Management im Beisein von Bundeskanzler Friedrich Merz feiern. Stattdessen ist eine Demonstration der streikenden Mitarbeiter angekündigt, was zu Hunderten von ausgefallenen Flügen, insbesondere in Frankfurt und München, führt. Diese Situation verärgert die Passagiere, die ihren Frust in sozialen Medien und Foren äußern.
Ein Nutzer im Forum Vielflieger Treff berichtet: „Das zweite Mal diese Woche annulliert. Auf der Hotline kein Durchkommen. Die Plätze in der Warteschleife werden nicht wirklich weniger.“ Auf Travel Dealz sind Kommentare zu finden wie: „Klar, jeder ist da ein Stück weit seines Glückes Schmied, aber ich finde diese Streikerei schamlos,“ oder „Wenn man vor lauter Streiks die Forderungen nicht mehr sieht, stimmt was nicht.“
Hintergrund der Streiks
Die Gewerkschaften und das Management verhandeln seit Monaten über einen neuen Manteltarifvertrag. Die Piloten fordern höhere Betriebsrenten, während die Flugbegleiter vor allem einen besseren Kündigungsschutz anstreben. Hintergrund dieser Forderungen ist, dass Lufthansa zunehmend Flugzeuge in Tochtergesellschaften wie City Airlines oder Discover einsetzt, wo günstigere Arbeitsbedingungen herrschen. „Flugzeuge fliegen da, wo sie profitabel fliegen können,“ erklärt Lufthansa-Personalchef Michael Niggemann und kritisiert die Spartengewerkschaft, die das Schicksal der Fluggäste nicht berücksichtige. Aus der Gewerkschaft wird hingegen angemerkt, dass Lufthansa bisher kein tragfähiges Angebot vorgelegt habe und die Wertschätzung für das Personal zu wünschen übrig lasse. Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: Bundesregierung prüft mögliche Einschnitte
Öffentliche Reaktionen und Forderungen nach Einschränkungen des Streikrechts
Auf sozialen Netzwerken wie Linkedin und Facebook äußern viele Menschen ihren Unmut über die Streiks. Ein Nutzer erklärt: „Ich habe Verständnis für Arbeitskämpfe – Pfleger, Kindergärtner und andere schlecht bezahlte Berufe. Aber bei den Lufthansa-Piloten entsteht der Eindruck, dass hier eine privilegierte Klientel den Hals nicht voll kriegt. Wann werden die jemals genug haben?“ Ein anderer fragt: „Wer ist heute betroffen, und steigt Euer Blutdruck oder nehmt Ihr es gelassen?“
Die Fronten in den Tarifverhandlungen scheinen verhärtet. Der Flughafenverband ADV plädiert für eine Einschränkung des Streikrechts. ADV-Geschäftsführer Ralph Beisel betont: „Das Streikrecht ist verfassungsrechtlich geschützt – aber es ist kein schrankenloses Recht. Gerade in Bereichen mit hoher Drittbetroffenheit braucht es klare gesetzliche Leitplanken, die die Interessen der Allgemeinheit stärker berücksichtigen.“
Lufthansa-Chef bleibt gelassen
Lufthansa-Chef Carsten Spohr zeigt sich von den Streiks unbeeindruckt. Er äußert: „Lieber einige Tage mit einem streikbedingt reduzierten Angebot der Lufthansa-Gruppe als irgendwann dauerhaft mit einer deutlich reduzierten Kernmarke.“ Eine baldige Einigung scheint in weiter Ferne zu liegen. Kritik und Zustimmung zum neuen Tankrabatt: Experten und Politiker äußern sich
Einige Anbieter von Charter-Jets versuchen, von der Situation zu profitieren und nutzen die allgemeine Wut für Werbeanzeigen. Der Preis pro Stunde liegt im Bereich von mehreren Tausend Euro. Ob der Frust der Passagiere tatsächlich so groß ist, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.
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Bildquelle: Julian Herzog (Website) via Wikimedia Commons (CC BY 4.0)