Kaufbeuren im Allgäu hat sich als neue Blitzhauptstadt Deutschlands etabliert, obwohl die Anzahl der Blitzeinschläge im Jahr 2025 auffällig niedrig war. Dies gilt insbesondere für die nördlichen Regionen des Landes.
Mit einer Dichte von 1,23 Blitzen pro Quadratkilometer belegt Kaufbeuren den ersten Platz in dem vom Blitz-Informationsdienst Aldis/Blids erstellten Ranking, das die Landkreise, Kreise und kreisfreien Städte umfasst. Diese Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr, als der Spitzenreiter Rosenheim mit fast 3 Blitzen pro Quadratkilometer aufwarten konnte, bemerkenswert gering.
Die blitzreichsten Städte und Landkreise befinden sich überwiegend im Süden Deutschlands, insbesondere im bayerischen Alpenvorland. Auf dem zweiten Platz folgt Landsberg am Lech mit 1,09 Blitzen pro Quadratkilometer, gefolgt von Fürstenfeldbruck mit 1,03 Blitzen. Das Alpenvorland ist bekannt für seine hohe Blitzaktivität, da die geografischen Gegebenheiten dort die Entstehung von Gewittern begünstigen.
Alpenferne Städte in der Spitzengruppe
In den Top Ten des Rankings findet sich lediglich eine Stadt, die nicht in der Nähe der Alpen liegt: Mönchengladbach in Nordrhein-Westfalen, die mit 0,98 Blitzen pro Quadratkilometer den vierten Platz einnimmt. Die weiteren Plätze belegen Dachau (0,93), Ostallgäu (0,86), Oberallgäu (0,84) und Rosenheim (0,83), während Sigmaringen (0,77) und der Alb-Donau-Kreis (0,74) die Plätze neun und zehn für Baden-Württemberg sichern.
Blitzsicherheit in Kiel
Für Menschen, die Angst vor Blitzen haben, war 2025 in Kiel die sicherste Region. Dort wurden lediglich sechs Blitze registriert, was einer Dichte von 0,05 pro Quadratkilometer entspricht. Auch andere Städte wie Magdeburg, Neumünster, Wilhelmshaven und Plön wiesen mit jeweils 0,06 Blitzen pro Quadratkilometer eine sehr niedrige Blitzaktivität auf. Segeberg, Wittmund, Schwerin und Herne kamen auf 0,07 Blitze. Vier der neun blitzärmsten Städte und Landkreise befinden sich in Schleswig-Holstein, während zwei in Niedersachsen und jeweils einer in Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt liegen.
Blitzdichte in den Bundesländern
Auf der Ebene der Bundesländer hat Bayern die höchste Blitzdichte mit 0,43 Blitzen pro Quadratkilometer und verzeichnet mit rund 30.000 Blitzen auch die höchste absolute Zahl an Erdblitzen. Baden-Württemberg folgt mit knapp 15.000 Blitzen. Der deutschlandweite Durchschnitt liegt bei 0,28 Erdblitzen pro Quadratkilometer.
Ein ungewöhnlich blitzarmes Jahr
Das Jahr 2025 war insgesamt von einer geringen Blitzaktivität geprägt. Deutschlandweit wurden nur rund 100.000 Erdblitze gezählt, was etwa der Hälfte der Anzahl von 2024 entspricht. Diese Information war bereits im Januar bekannt geworden. Wärme und Feuchtigkeit sind entscheidend für die Entstehung von Blitzen, weshalb sie vor allem in den Sommermonaten auftreten. In besonders trockenen Jahren sind sie jedoch seltener. 2025 war häufig entweder zu kalt oder zu trocken für eine ausgeprägte Blitzaktivität.
Die von Aldis/Blids erhobenen Daten unterscheiden sich von anderen Blitzstatistiken, die teils zu abweichenden Ergebnissen führen können. In dieser Statistik werden ausschließlich Erdblitze gezählt, also tatsächliche Einschläge und keine Entladungen in den Wolken. Zudem kann es vorkommen, dass durch einen Blitzkanal in kurzer Zeit mehrere Entladungen erfolgen, was für den Beobachter wie ein Flackern des Blitzes erscheint. Fachleute unterscheiden zwischen einem „Flash“ und mehreren „Strokes“, wobei die Aldis/Blids-Statistik in diesem Fall nur einen Blitz zählt, also einen „Flash“.
Für weitere Informationen über aktuelle Blitzereignisse, wie den Blitzermarathon im April 2026, und die neuesten Sportereignisse, wie die Torrekorde in der Bundesliga, können Sie die entsprechenden Links besuchen.
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