Zeckenbisse können ernsthafte Erkrankungen hervorrufen und in seltenen Fällen sogar tödlich enden. Dennoch gibt es Möglichkeiten, sich vor diesen Risiken zu schützen. In Deutschland sind sechs Gebiete als Risikozonen bekannt, während in anderen Regionen bereits Fälle für das Jahr 2026 gemeldet wurden.
Mit den steigenden Temperaturen in Deutschland zeigen sich Zecken wieder aktiver. Bis zum 13. April 2026 wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) bereits 918 Fälle von Lyme-Borreliose gemeldet. Die meisten dieser Fälle traten in Bayern (202), gefolgt von Sachsen (177), Sachsen-Anhalt (164) und Brandenburg (160) auf. Zudem wurden in diesem Jahr bisher elf Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) registriert, darunter vier in Sachsen und vier in Baden-Württemberg sowie jeweils einen in Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.
Im Vergleich zum Vorjahr lagen die Zahlen auf einem ähnlichen Niveau: Im gleichen Zeitraum wurden deutschlandweit 951 Fälle von Borreliose und 12 Fälle von FSME verzeichnet.
Symptome und Verlauf der Erkrankungen
Die meisten Infektionen mit Borreliose verlaufen unbemerkt. Wenn Symptome auftreten, können diese je nach betroffenem Körperbereich – Haut, Gelenke, Nervensystem, Herz – sehr unterschiedlich und oft unspezifisch sein. Ein typisches Anzeichen ist die sogenannte Wanderröte, ein roter Ring, der sich um die Einstichstelle bildet und sich ausbreitet. Auch eine lokale Schwellung und rötlich-violette Hautverfärbungen können auf Borreliose hindeuten. Diese Krankheit wird durch Bakterien verursacht, für die es keine Impfung gibt.
Im Gegensatz dazu ist FSME seltener als Borreliose. Die Erkrankung beginnt häufig mit grippeähnlichen Symptomen und kann schwerwiegende Folgen haben, wie Entzündungen des Gehirns, der Hirnhäute oder des Rückenmarks, wie das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) informiert. In etwa einem Prozent der Fälle kann die Erkrankung tödlich verlaufen. FSME wird durch Viren ausgelöst, gegen die eine Impfung verfügbar ist.
Empfehlungen zur FSME-Impfung
Das BIÖG empfiehlt, zu Beginn der Zeckensaison eine Impfung in Betracht zu ziehen. Bereits 14 Tage nach der zweiten Impfung besteht bei den meisten Geimpften ein ausreichender Schutz für die laufende Saison. Die Impfung wird insbesondere für Personen empfohlen, die in einem FSME-Risikogebiet leben oder dort potenziell Zecken ausgesetzt sind. Auch Reisende in entsprechende Gebiete, sowohl innerhalb als auch außerhalb Deutschlands, sollten sich impfen lassen. Zudem gilt die Empfehlung für bestimmte Berufsgruppen, wie beispielsweise aus der Forst- oder Landwirtschaft.
Risikogebiete in Deutschland
Die Haupt-Risikogebiete für FSME sind vor allem Baden-Württemberg, Bayern, das südliche Hessen, das südöstliche Thüringen, Sachsen und das südöstliche Brandenburg. Darüber hinaus gibt es einzelne Kreise in fünf weiteren Bundesländern, die ebenfalls betroffen sind. Laut BIÖG nimmt die Anzahl der Risikogebiete weiter zu. In diesem Jahr sind ein Gebiet in Sachsen und eines in Sachsen-Anhalt hinzugekommen.
Zeckenarten in Deutschland
In Deutschland sind laut RKI mindestens 19 Arten von Schildzecken bekannt. Die häufigste Art, der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus), ist für die Übertragung von Lyme-Borrelien und FSME-Viren verantwortlich. Allerdings trägt nicht jede Zecke den Erreger in sich. Je nach Region sind zwischen 5 und 50 Prozent der Zecken mit Borreliose infiziert, wie Dania Richter vom Institut für Geoökologie an der Technischen Universität Braunschweig erläuterte. Zudem ist der Hochgiftige Chilenische Einsiedlerspinne jetzt in Deutschland aufgetaucht, was zusätzliche Vorsicht erfordert.
Ein weiterer Aspekt, der in der Forschung betrachtet wird, ist der Einfluss hochdosierter Grippeimpfungen auf das Alzheimer-Risiko.
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Bildquelle: Hepota via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)