Berlin – Deutschland verzeichnet die niedrigste Geburtenrate seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Im Jahr 2025 wurden laut dem Statistischen Bundesamt nur 654.300 Neugeborene registriert, während die Sterbefälle mit etwa 1,01 Millionen deutlich höher lagen. Dies führt zu einem Geburtendefizit, das als das größte seit der Nachkriegszeit eingestuft wird.
Der Rückgang der Geburtenzahlen setzt sich bereits im vierten Jahr in Folge fort. Zwei Hauptfaktoren sind für diese Entwicklung verantwortlich: Zum einen erreichen die kleinen Geburtenjahrgänge aus den 1990er Jahren nun das fruchtbare Alter. Zum anderen ist die zusammengefasste Geburtenziffer, die angibt, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens bekommen würde, wenn die Verhältnisse des jeweiligen Jahres von ihrem 15. bis 49. Lebensjahr gelten, seit 2022 rückläufig. Besonders im Osten Deutschlands ist der Rückgang der Geburtenzahlen ausgeprägter als im Westen.
Entwicklung der Abtreibungszahlen
Zusätzlich ist die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche im Jahr 2025 leicht gesunken. Mit 106.000 gemeldeten Abtreibungen wurde ein Rückgang um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr festgestellt. Dennoch liegt die Zahl weiterhin über dem Niveau der Jahre 2014 bis 2020. Die genauen Ursachen für diese Entwicklung sind anhand der vorliegenden Daten nicht abschließend zu bewerten.
Die aktuellen Statistiken werfen Fragen auf und verdeutlichen die Herausforderungen, vor denen Deutschland in Bezug auf die Geburtenentwicklung steht.
Bildquelle: Martin Falbisoner via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)