Vilseck – Die US-Armee plant den Abzug von 5000 Soldaten aus dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr in Bayern. Berichten zufolge handelt es sich um die Stryker-Brigade, die in den Rose Barracks in Vilseck stationiert ist.
In Deutschland sind insgesamt rund 40.000 US-Soldaten stationiert, wobei in Grafenwöhr etwa 16.000 und in Vilseck rund 10.000 Soldaten ihren Dienst leisten. Der Truppenübungsplatz Grafenwöhr gilt als der größte der US-Armee außerhalb der Vereinigten Staaten. Zu den Soldaten zählen auch zahlreiche Familienangehörige und Zivilangestellte, sodass in der Oberpfalz mehr als 30.000 Amerikaner leben.
Der Abzug der Soldaten wird als Reaktion auf Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) interpretiert, der US-Präsident Donald Trump verärgert haben soll. Merz hatte angedeutet, dass die Iraner die USA in den Verhandlungen zur Beendigung des seit zwei Monaten andauernden Konflikts demütigen würden.
Der Abzug soll innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate abgeschlossen sein, wie Pentagon-Sprecher Sean Parnell am vergangenen Freitag mitteilte.
„Das trifft uns hart“, äußerte sich Vilsecks Bürgermeister Thorsten Grädler (61) gegenüber einem lokalen Sender. Die amerikanischen Soldaten stellen einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor für die Stadt mit 6500 Einwohnern dar, insbesondere da die Oberpfalz zu den strukturschwächeren Regionen Bayerns gehört. Die USA haben über Jahre hinweg erheblich in den Standort investiert.
Bereits in der Vergangenheit waren zahlreiche Wohnprojekte für die Soldaten und ihre Familien in Vilseck sowie im Landkreis Amberg-Sulzbach und in Amberg geplant. Zuletzt wurden für 20 Millionen Euro 49 Wohnungen errichtet, und derzeit entstehen 36 neue Wohnhäuser. Es bleibt abzuwarten, ob die USA diese Bauprojekte nun einstellen werden.
Trotz des Abzugs der 5000 Soldaten wird der Standort nicht geschlossen. Nach dem Abzug sollen weiterhin zwischen 5000 und 8000 Soldaten in Vilseck stationiert bleiben. Die republikanische Führung äußert Bedenken zum Abzug von US-Truppen aus Deutschland.
Bereits 2020 hatte Trump einen Abzug von Soldaten aus Vilseck angestrebt, doch dieser wurde nach seiner Niederlage gegen Joe Biden gestoppt. Aus US-Zivilkreisen wird berichtet, dass dieser Abzug die europäische NATO-Ostflanke schwächen könnte, da mit den Soldaten auch Panzerführer, Waffenspezialisten und Piloten abgezogen werden. Falls Putin an der Ostflanke droht, könnte dies zu einer Verlegung von 800.000 Streitkräften durch Deutschland führen.
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