Die Vorbereitungen der Bundeswehr für einen potenziellen Einsatz in der Straße von Hormus nehmen laut Verteidigungsminister Boris Pistorius konkrete Formen an. Bevor jedoch eine solche Mission realisiert werden kann, sind noch einige Bedingungen zu erfüllen.
Konkrete Planungen der Marine
Die Deutsche Marine hat bereits mit den konkreten Vorbereitungen für einen möglichen Einsatz in der strategisch wichtigen Straße von Hormus begonnen. „Wir planen das. Wir spielen das durch – auch mit Blick auf mögliche Partner und wie sich eine solche Operation zusammensetzen könnte“, erklärte Verteidigungsminister Boris Pistorius in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. Er betonte, dass er seiner Verantwortung als Verteidigungsminister nicht gerecht werden würde, wenn diese Planungen nicht bereits in vollem Gange wären. Ein chinesischer Tanker hat kürzlich trotz US-Blockade die Straße von Hormus durchquert, was die strategische Bedeutung der Region unterstreicht.
Allerdings befindet sich die Bundeswehr noch im Planungsstadium. Pistorius stellte klar, dass für einen Einsatz zunächst ein stabiler Waffenstillstand in der Region, ein völkerrechtliches Mandat sowie die Zustimmung des Deutschen Bundestags erforderlich sind. „Da sind wir ja noch lange nicht“, fügte er hinzu.
Fähigkeiten der Deutschen Marine
Pistorius hob die besonderen Fähigkeiten der Deutschen Marine im Bereich Minenräumung hervor. „Innerhalb der NATO sind wir traditionell die Führungs- und Anlehnungsnation für Minenräumfähigkeiten und müssen daher eine Rolle spielen, wenn die anderen Bedingungen erfüllt sind.“ Dabei gehe es nicht um eine symbolische Geste oder ein Signal an den US-Präsidenten Donald Trump. „Wir haben immer gesagt, das ist zwar nicht unser Krieg, aber die Folgen davon spüren wir. Daher haben wir auch einen Anteil an der Aufgabe, die Freiheit der Meere zu gewährleisten“, erklärte der Minister. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, die Seeblockade der Straße von Hormus zu betrachten, die Trump nach gescheiterten Verhandlungen mit dem Iran angekündigt hat.
Abhängigkeit von den USA
Der Verteidigungsminister machte deutlich, dass die Marine bei einem möglichen Einsatz in der Straße von Hormus andere Aufgaben zurückstellen und Prioritäten setzen müsste. „Wir können unser Material nur einmal einsetzen“, sagte er. Aktuell sei die Lage in der Straße von Hormus als nicht kalkulierbar einzustufen. Es seien bereits mehr als 20 Angriffe auf Handelsschiffe verzeichnet worden. Selbst die amerikanische Marine, die als die mächtigste der Welt gilt, stößt hier an ihre Grenzen.
Pistorius hält eine spätere Sicherung der Straße von Hormus ohne die Beteiligung der USA für unrealistisch. „Die Amerikaner haben das beste Lagebild in der Region und den besten Überblick. Genau das wird benötigt“, betonte er. Ob eine operative Beteiligung zu Wasser oder unter Wasser notwendig sei, werde sich zeigen. Die Amerikaner nicht einzubinden, wäre seiner Meinung nach „militärisch nicht gut und politisch das falsche Signal“. Zudem gibt es aktuelle Entwicklungen, die auch in Bezug auf die nukleare Sicherheit von Bedeutung sind, wie der Atom-Meilenstein in Indien, der die Welt beunruhigt.
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