Die erneute Diskussion über eine mögliche Anpassung der Arbeitszeiten sorgt für Unmut bei den Gewerkschaften. Sie sehen in einer Abkehr vom Acht-Stunden-Tag eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit der Arbeitnehmer. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hingegen zeigt sich offen für diese Idee und hat einen Vorschlag unterbreitet.
In der Debatte um eine Reform des Arbeitszeitgesetzes äußern die Gewerkschaften Bedenken hinsichtlich gesundheitlicher Risiken, die mit einer Verlängerung der Arbeitszeiten einhergehen könnten.
„Zu lange Arbeitstage führen nachweislich zu Krankheiten, die nicht nur den Beschäftigten schaden, sondern auch der Wirtschaft und dem Gesundheitssystem“, erklärte Anja Piel, Vorstandsmitglied des DGB, in einem Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Sie fügte hinzu:
„Jede Lockerung der Regeln würde einseitig die Arbeitnehmer belasten. Änderungen am Arbeitszeitgesetz lehnen wir ab: Das aktuelle Gesetz sichert die Gesundheit der Beschäftigten und verhindert, dass Menschen wie Maschinen behandelt werden.“
Auch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) äußerte sich besorgt über eine mögliche Aufweichung des Acht-Stunden-Tages. Ihr Vorsitzender Guido Zeitler warnte vor einem „Rückschritt in Zeiten, die wir nicht zurückhaben möchten“. Er verwies auf arbeitsmedizinische Studien, die belegen, dass zu lange Arbeitszeiten gesundheitsschädlich sind.
„Das Arbeitszeitgesetz ist seit jeher ein Schutz für Beschäftigte vor den Ansprüchen, ja auch der Willkür, ihrer Chefs“, betonte Zeitler. „Heute scheinen die Belastbarkeitsgrenzen von Beschäftigten jedoch vergessen zu sein.“
Er sieht in der aktuellen Debatte das Ziel der Arbeitgeber, „ihre Beschäftigten nach Belieben einzusetzen“.
Der Acht-Stunden-Arbeitstag ist seit 1918 in Deutschland etabliert. Die Bundesregierung plant nun eine Reform des Arbeitszeitgesetzes, die eine wöchentliche Höchstarbeitszeit anstelle des starren Acht-Stunden-Tages vorsieht, um mehr Flexibilität zu ermöglichen. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas kündigte an, in Kürze einen Gesetzentwurf vorzulegen.
Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) schlägt vor, die Arbeitszeit zunächst nur für bestimmte Berufsgruppen zu erweitern.
„Wenn man zu große Sorgen um den Arbeitsschutz hat, könnte man in einem ersten Schritt die gesetzliche Anpassung auf Beschäftigte konzentrieren, wo keine Gesundheitsrisiken drohen: die Bürobeschäftigten“, sagte Oliver Stettes, Arbeitsmarktexperte des IW, in den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
Stettes plädiert für eine Reform der Regelung zur täglichen Arbeitszeit:
„Eine Flexibilisierung der täglichen Höchstarbeitszeit kann Beschäftigten und Unternehmen helfen, private Wünsche und Anforderungen mit betrieblichen Notwendigkeiten besser auszubalancieren.“
Für weitere Informationen zu wichtigen finanziellen Anpassungen und neuen Wegen zur Rentenreform sowie zu individuellen Kassenleistungen für Bürgergeldbezieher lesen Sie mehr.
„`
Quellen: n-tv