US-Präsident Donald Trump hat in einem wütenden Beitrag auf sozialen Medien Bundeskanzler Friedrich Merz scharf angegriffen. Er äußerte sich enttäuscht über die deutsche Haltung zur Iran-Politik und bezeichnete Deutschland als ein Land, das sich auf einem absteigenden Ast befindet.
In einem Post auf „Truth Social“ behauptete Trump, Merz halte es für akzeptabel, wenn der Iran Atomwaffen besitze. Diese Aussage ist jedoch falsch, da Merz erst Anfang März betont hatte, dass Deutschland die Ziele der USA und Israels in Bezug auf das iranische Nuklear- und Raketenprogramm teile. „Das militärische Nuklearprogramm sowie das ballistische Raketenprogramm Irans müssen überprüfbar beendet werden“, erklärte Merz damals.
„Er [Merz] weiß nicht, wovon er redet! Hätte der Iran Atomwaffen, wäre die ganze Welt in Geiselhaft. Ich unternehme jetzt etwas mit dem Iran, was andere Nationen oder Präsidenten schon längst hätten tun sollen. Kein Wunder, dass es Deutschland wirtschaftlich und in jeder anderen Hinsicht so schlecht geht!“
Merz hatte sich am Tag zuvor „desillusioniert“ über die militärischen Aktionen der USA und Israels gegen den Iran geäußert. Er stellte fest, dass die ursprünglich angestrebte schnelle Lösung des Konflikts nicht eingetreten sei. „Ja, ich bin da mittlerweile desillusioniert“, sagte Merz während einer Klausurtagung der Unionsfraktion in Berlin.
Merz fordert diplomatische Lösungen
Der Kanzler betonte, dass Deutschland von europäischer Seite aus diplomatisch an einer Lösung des Konflikts arbeiten wolle. „Wir stimmen uns da eng mit der amerikanischen Seite ab, sagen aber auch, dass wir eigene europäische Vorstellungen haben, wie man hier zu einer Lösung des Konfliktes kommen kann“, so Merz weiter.
Bereits am Morgen hatte Merz in einer Diskussion mit Schülern im Sauerland die Strategie der USA im Iran-Konflikt kritisiert. Er sagte:
„Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung. Die USA können den Krieg nicht schnell beenden, weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben.“
Unklare Reaktionen und frühere Beziehungen
Ob Trump von Merz‘ jüngsten Äußerungen Kenntnis hatte und diese seine Reaktion ausgelöst haben, bleibt unklar. Zu Beginn von Merz‘ Amtszeit wurde ihm ein besonders guter Draht zu Trump nachgesagt, doch in den letzten Monaten gab es zunehmend Spannungen zwischen den beiden. Trump hat Merz bereits mehrfach kritisiert.
Die Situation verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen Deutschland und die USA in ihrer Zusammenarbeit im Hinblick auf den Iran stehen. Während Trump eine aggressive Haltung einnimmt, sucht Merz nach diplomatischen Lösungen, was zu einem Spannungsfeld zwischen den beiden Führungsfiguren führt. In diesem Zusammenhang ist es interessant zu beachten, dass Trump kürzlich Stellung zu Melonis Iran-Politik nahm und auch die Seeblockade der Straße von Hormus ankündigte nach gescheiterten Verhandlungen mit dem Iran. Zudem stellt sich die Frage, was die US-Voraussetzungen für einen Iran-Deal in der aktuellen Waffenruhe sind.
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