Nachrichten für Oldenburg und die Region

Aktuelles Echo
ICE-Agenten schießen in der Bronx auf Fahrzeug: Mann verletzt, Kind bleibt unversehrt ICE-Agenten schießen in der Bronx auf Fahrzeug: Mann verletzt, Kind bleibt unversehrt Vor 16 Minuten Einsatz von KI im Wahlkampf: Republikaner setzen auf neue Strategien vor den Midterms Einsatz von KI im Wahlkampf: Republikaner setzen auf neue Strategien vor den Midterms Vor 19 Minuten Besorgniserregender Anstieg der Schulabgänger ohne Abschluss in Deutschland Besorgniserregender Anstieg der Schulabgänger ohne Abschluss in Deutschland Vor 22 Minuten Koalition erzielt Einigung zur Tabaksteuererhöhung nach internen Auseinandersetzungen Koalition erzielt Einigung zur Tabaksteuererhöhung nach internen Auseinandersetzungen Vor 29 Minuten Söder kündigt drastische Veränderungen im Länderfinanzausgleich an Söder kündigt drastische Veränderungen im Länderfinanzausgleich an Vor 33 Minuten Zehn Menschen sterben bei gewaltsamem Vorfall in Gefängnis von Mazatlán Zehn Menschen sterben bei gewaltsamem Vorfall in Gefängnis von Mazatlán Vor 42 Minuten BMW zieht Dienstwagenangebot für neuen Landtagspräsidenten zurück – Auswirkungen für Sachsen-Anhalt BMW zieht Dienstwagenangebot für neuen Landtagspräsidenten zurück – Auswirkungen für Sachsen-Anhalt Vor 44 Minuten Tod eines Rekruten bei Sportausbildung der Bundeswehr in Mittenwald Tod eines Rekruten bei Sportausbildung der Bundeswehr in Mittenwald Vor 48 Minuten Schröders Besuch in Moskau: Politische Reaktionen auf seine Teilnahme an Putins Feier Schröders Besuch in Moskau: Politische Reaktionen auf seine Teilnahme an Putins Feier Vor 53 Minuten Aufregung um Kimberly Guilfoyle: 100.000 Dollar Forderung entfacht politischen Streit Aufregung um Kimberly Guilfoyle: 100.000 Dollar Forderung entfacht politischen Streit Vor 1 Stunde

Wie verändert sich die Kriegsführung durch moderne Technologien?

Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, warnt vor den Gefahren der Truppenkonzentration in Zeiten moderner Kriegsführung. Bei einer Übung in Munster diskutieren Soldaten die Herausforderungen durch Drohnen und KI-Waffen, die das Kampfverhalten grundlegend verändern.

Wie verändert sich die Kriegsführung durch moderne Technologien?
KI-generiert / KI-generiert

Politik

🎁 Gewinnspiel

Jetzt Newsletter abonnieren und gewinnen!

Melde dich zum kostenlosen Newsletter an und nimm automatisch an unserem Gewinnspiel teil. Wir verlosen 500 × 100 € Wunschgutscheine unter allen Abonnenten.

Wie verändert sich die Kriegsführung durch moderne Technologien?

30.04.2026, 07:03 Uhr

Aktuell führen Soldaten auf dem Truppenübungsplatz in Munster eine Lehr- und Versuchsübung mit dem Titel „Wie das Heer kämpfen wird“ durch. Ziel dieser Übung ist es, Erfahrungen im Umgang mit veränderten Bedrohungen zu sammeln. Die technologischen Fortschritte im Bereich moderner Waffensysteme haben tiefgreifende Auswirkungen auf die Landstreitkräfte.

Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, betont: „Durch die Transparenz des Gefechtsfeldes, den technologischen Fortschritt und die Automatisierung der Waffen entstehen neue Möglichkeiten, auch über große Distanzen präzise zu agieren.“ Diese Entwicklungen erfordern grundlegende Anpassungen in der Strategie der Bundeswehr.

Freuding erklärt weiter, dass es für die Soldaten der Bundeswehr im Kampf „keine geschützten Räume mehr“ gibt. Diese Erkenntnis hat revolutionäre Konsequenzen für die Landstreitkräfte. „Die Massierung, also das gezielte Zusammenziehen und Konzentrieren von Truppen und Waffen an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit, war über Jahrhunderte eine Voraussetzung für die Schwerpunktbildung und Entscheidungsfindung. Heute jedoch stellt diese Massierung ein inhärentes Vernichtungsrisiko dar“, so Freuding. Er fordert daher eine grundlegende Neuausrichtung der Kampfmethoden.

Neue Strategien im Gefecht

Um nicht als leichtes Ziel wahrgenommen zu werden, müssen die Soldaten in der Fläche verteilt und nur in Ausnahmefällen und zeitlich begrenzt „massiert“ auftreten. Das Heer beobachtet dabei auch die Taktiken des potenziellen Gegners. Russland hat im vergangenen Jahr gegen die Ukraine schätzungsweise bis zu 300.000 Kleindrohnen sowie rund 100.000 Kamikazedrohnen eingesetzt. Um gegen eine solche Masse bestehen zu können, sind kostengünstige Abwehrsysteme erforderlich.

  • Russland setzt Drohnen iranischer Bauart, wie die Shahed, ein, die aktuell etwa 25.000 Euro pro Stück kosten.
  • Abfangwaffen müssen deutlich günstiger werden, da die rund 4 Millionen Euro teuren Patriot-Lenkflugkörper nicht die optimale Lösung darstellen.

Der Datenfluss aus Beobachtungssystemen und der Einsatz von KI-Waffen erhöhen zudem das Tempo im Gefecht erheblich. Deutsche Militärs haben in ukrainischen Gefechtsständen beobachtet, wie Informationen im Sekundentakt eintreffen, ausgewertet und zur Bekämpfung des Gegners genutzt werden.

Herausforderungen für die Bundeswehr

Die Daten erleichtern auch den Einsatz unbemannter und autonomer Waffensysteme. Die Bundeswehr sowie die deutsche Rüstungsindustrie haben in diesem Bereich Aufholbedarf, da es lange Zeit politische Bedenken gegen solche Systeme gab. Russland plant, seine Streitkräfte auf 1,5 Millionen aktive Soldaten zu vergrößern, was voraussichtlich noch in diesem Jahr erreicht wird. Das russische Militär zeigt sich anpassungsfähig und rüstet in großem Maßstab auf, was von deutschen Militärs genau beobachtet wird.

Westliche Militärexperten prognostizieren, dass Russland nach einem möglichen Ende des Ukraine-Kriegs innerhalb von zwei Jahren über mehr als 20 Divisionen in den neu geschaffenen westlichen Militärbezirken verfügen könnte. Jede Division könnte zwischen 10.000 und 20.000 Soldaten umfassen.

  • Das deutsche Feldheer besteht derzeit aus drei Divisionen, darunter die 1. und 10. Panzerdivision sowie die Division Schnelle Kräfte (DSK).
  • Eine deutsche Division umfasst inklusive Unterstützungskräften etwa 20.000 Soldaten.

Im Ernstfall würden die deutschen Divisionen zusammen mit den anderen NATO-Verbündeten kämpfen. Die russischen Großverbände als potenzieller Gegner werden jedoch kampferfahren sein und über moderne Fähigkeiten im elektronischen Kampf verfügen, um gegnerische Kommunikation und Sensoren zu stören.

Notwendigkeit eines Schutzschirms

Um unter den veränderten Bedingungen auf dem Gefechtsfeld beweglich und handlungsfähig zu bleiben, ist ein sogenannter Schutzschirm erforderlich. Dieser besteht aus Tarnung, Sensoren und Warnsystemen gegen Angriffe des Gegners sowie den eigenen Waffensystemen. Der Schutzschirm reicht vom Einzelschützen bis hin zu Luftverteidigungssystemen.

Die Bundeswehr und ein möglicher Gegner werden um den Aufbau und den dauerhaften Erhalt ihrer eigenen Schutzschirme kämpfen müssen, wobei sich diese teilweise überlagern. Es wird Phasen geben, in denen unbemannte Systeme gegeneinander antreten.

Russland wird im elektronischen Kampf besondere Fähigkeiten zugeschrieben, während die Bundeswehr diesem Bereich in den letzten Jahrzehnten nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt hat. Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Bundeswehr ist die Digitalisierung ihrer Kommunikationssysteme. Das laufende Milliardenprojekt hat jedoch mit Verzögerungen und erheblichen technischen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Bildquelle: depositphotos

Artikel teilen:

Empfehlungen für dich.