Politische Spannungen: Iran droht mit Abbruch von WM-Spielen
Die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft wird für den Iran von politischen Konflikten geprägt. Sportminister Ahmed Donjamali hat gewarnt, dass das iranische Team Spiele abbrechen könnte, wenn während der Spiele Proteste gegen die islamische Führung laut werden. Er informierte bereits die FIFA darüber, dass die Spieler das Spielfeld verlassen würden, sobald politische Parolen zu hören sind.
Der iranische Fußballverband hat zudem bekräftigt, dass im Stadion ausschließlich die offizielle Flagge der Islamischen Republik präsentiert werden darf. Die alte persische Flagge, die von monarchistischen Opponenten bevorzugt wird, soll nicht gezeigt werden. Kommt es dennoch dazu, drohte Donjamali mit einem Abbruch der Spiele, wie auf dem Sportportal Varzesh3 berichtet wird.
Proteste der iranischen Diaspora in Los Angeles
Die Lage wird dadurch zusätzlich kompliziert, dass zwei der drei Vorrundenspiele in Los Angeles stattfinden. Diese Stadt beherbergt eine große Zahl der fast zwei Millionen Menschen zählenden persischen Diaspora. Oft wird sie als „Tehrangeles“ oder „Irangeles“ bezeichnet. Für viele in dieser Gemeinschaft bietet die WM eine Plattform, um ihren Protest gegen die iranische Regierung international zur Schau zu stellen.
In den letzten Wochen hat der Iran darauf bestanden, dass in den Stadien nur die offizielle Staatsflagge zur Verwendung kommen darf. Die alte Flagge, die ein Löwen- und Sonnenemblem zeigt, gilt als Symbol des Widerstands gegen das islamische Regime und wird häufig bei Protesten im Ausland gezeigt. Allerdings bezweifeln Experten, dass ein solches Verbot tatsächlich durchsetzbar ist.
Einreisehindernisse und militärische Spannungen
Die militärischen Spannungen zwischen dem Iran und den USA werfen ebenfalls einen Schatten auf die WM-Teilnahme. Infolge von Einreisebeschränkungen hat der iranische Verband entschieden, das Teamquartier von Arizona nach Tijuana in Mexiko zu verlegen. Laut dem iranischen Botschafter in Mexiko wird die Mannschaft nur an den Tagen ihrer Spiele in die USA einreisen dürfen. Die iranische Nationalmannschaft wird am 16. Juni in Los Angeles gegen Neuseeland antreten, gefolgt von einem weiteren Spiel gegen Belgien am 21. Juni. Das dritte Vorrundenspiel findet am 27. Juni in Seattle gegen Ägypten statt. Politische und soziale Spannungen könnten die Spiele und die Stimmung in den Stadien erheblich beeinflussen. Die geopolitischen Spannungen in der Region sind nicht zu unterschätzen, insbesondere im Kontext der aktuellen Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA. Zudem könnte Chinas Einfluss auf die iranische Militärtechnologie die Situation weiter komplizieren.
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Quellen: n-tv