Ausblick: Die EU-Kommission hat die Anordnung erlassen, dass der US-Technologiekonzern Meta innerhalb von fünf Werktagen den Zugang zu seinem Messengerdienst WhatsApp für Anbieter von Künstlicher Intelligenz (KI) gewähren muss. Andernfalls sieht sich das Unternehmen erheblichen Geldstrafen gegenüber.
Aktueller Stand: Gemäß einer einstweiligen Verfügung der EU-Kommission muss Meta sicherstellen, dass konkurrierende KI-Anbieter wieder Zugang zu WhatsApp erhalten. Diese Entscheidung wurde notwendig, nachdem Meta im Oktober des Vorjahres den Zugang für Drittanbieter blockiert hatte. Die Kommission hebt hervor, dass die Wiederherstellung der Schnittstellen für die Wettbewerbsfähigkeit entscheidend ist.
Hintergrund: Die Bedenken der EU-Kommission beruhen auf der Annahme, dass eine andauernde Blockade von KI-Anbietern einen „ernsthaften und nicht wieder gutzumachenden Schaden“ für den Wettbewerb im Bereich der universellen KI-Assistenten verursachen könnte. Besonders kleinere Unternehmen und Markteinsteiger wären von den Einschränkungen betroffen.
WhatsApp wird von zahlreichen Nutzern für private Kommunikation genutzt, doch auch Unternehmen setzen den Dienst zur Kundenkommunikation ein. Verbraucher nutzen WhatsApp, um den Kundendienst zu erreichen oder Bestellungen aufzugeben, wobei häufig KI-gestützte Chatbots zur Bearbeitung der Anfragen eingesetzt werden. Wie eine Klage zeigt, dass ChatGPT potenzielle Risiken für Jugendliche birgt.
Die Kommission hat darüber hinaus eine Untersuchung eingeleitet, um zu prüfen, ob Meta mit den bisherigen Einschränkungen gegen das Wettbewerbsrecht der EU verstößt. Teresa Ribera, die Wettbewerbskommissarin, betonte die Bedeutung von WhatsApp als Zugangspunkt für KI-Unternehmen zur Erreichung europäischer Verbraucher. Die Entscheidung soll sicherstellen, dass die Bürger in Europa die Freiheit haben, zwischen verschiedenen KI-Assistenten zu wählen, die sie mit WhatsApp nutzen möchten.
Die Hintergründe der Situation umfassen die Sperrung des Zugangs zu den Schnittstellen durch Meta im Oktober 2025, was zur Folge hatte, dass nur die eigene KI-Lösung des Unternehmens zur Verfügung stand. Obwohl der Zugang im März 2026 formal wiederhergestellt wurde, wurde eine Gebühr eingeführt, die von der EU-Kommission als faktische Fortsetzung der Sperre betrachtet wird. Die jüngste Entscheidung verpflichtet Meta nun dazu, den Zugang zu den früheren Bedingungen zu reaktivieren.
Bei Nichteinhaltung der Vorgaben drohen Meta Bußgelder von bis zu zehn Prozent des Gesamtumsatzes des vorangegangenen Geschäftsjahres. Zusätzlich kann die Kommission tägliche Zwangsgelder von bis zu fünf Prozent des durchschnittlichen Tagesumsatzes anordnen.
Ein Sprecher von Meta äußerte im Februar, dass kein Bedarf für ein Eingreifen der EU bestehe. Er argumentierte, dass zahlreiche KI-Optionen über verschiedene Kanäle wie App-Stores und Websites verfügbar seien und die EU-Kommission fälschlicherweise annehme, dass die Schnittstelle bei WhatsApp ein wesentlicher Vertriebskanal für diese Chatbots sei. Meta plant, gegen die Entscheidung rechtliche Schritte einzuleiten.
Unabhängig von dieser Angelegenheit sieht sich Meta weiteren Verfahren der EU gegenüber, die sich mit möglichen Verstößen gegen europäische Digitalgesetze befassen. Die Kommission hat festgestellt, dass Facebook und Instagram nicht ausreichend Maßnahmen zum Schutz von Kindern ergreifen, was zu möglichen Strafen führen könnte, wenn das Mindestalter von 13 Jahren nicht durchgesetzt wird.
„`
Quellen: tagesschau, WhatsApp muss andere KI-Anbieter zulassen, WhatsApp muss laut EU-Kommission andere KI-Anbieter zulassen | Politik