Ab Januar 2027 müssen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 100.000 Euro auf manipulationssichere Kassen umsteigen. Dies geht aus einem Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums hervor, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Ziel dieser Maßnahme ist es, Steuerhinterziehung zu erschweren. Unternehmen, die sich der neuen Kassenpflicht widersetzen, müssen mit Bußgeldern von bis zu 25.000 Euro rechnen. Darüber hinaus sind im Entwurf strengere Strafen für die Manipulation von Kassenaufzeichnungen vorgesehen. Der Einsatz von Software zur Manipulation wird künftig als Steuerstraftat eingestuft und kann mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden.
Lockerung der Belegausgabepflicht für Kleinbeträge
Zusätzlich plant das Ministerium, die umstrittene Belegausgabepflicht für Kleinbeträge zu lockern. Statt einer allgemeinen Pflicht soll eine Bagatellgrenze von 30 Euro eingeführt werden. Bis zu diesem Betrag ist keine steuerliche Belegausgabe mehr erforderlich. Diese Maßnahme soll sowohl die Wirtschaft entlasten als auch den Umweltschutz fördern, indem die Menge an Papierbons reduziert wird. Das Ministerium erklärt, dass durch die Einführung dieser Bagatellgrenze eine erhebliche Anzahl von Belegen im Einzelhandel und beim Straßenverkauf eingespart werden kann. Viele Kunden lehnen die Ausgabe von Bons ab, was zu einer hohen Anzahl an weggeworfenen Belegen führt. Langfristig wird angestrebt, die Belege durch digitale Alternativen zu ersetzen, die bei Bedarf abgerufen werden können, beispielsweise über QR-Codes.
Das Ministerium betont, dass keine Auswirkungen auf die Einzelpreise und das allgemeine Preisniveau, insbesondere auf das Verbraucherpreisniveau, zu erwarten sind. Laut dem Entwurf rechnet das Ministerium mit einem einmaligen Umstellungsaufwand von etwa 99 Millionen Euro für die betroffenen Unternehmen, vor allem für die Anschaffung neuer Kassensysteme. Dem steht jedoch eine jährliche Entlastung von rund 89 Millionen Euro gegenüber, die durch die Umstellung auf digitale Belege entsteht. Weitere wichtige Aspekte, wie die finanziellen Anpassungen ab Mai 2026, sollten ebenfalls beachtet werden.
Umstellungskosten und Auswirkungen auf Verbraucher
Die allgemeine Belegausgabepflicht wurde am 1. Januar 2020 eingeführt. Obwohl sie technologieneutral gestaltet war, führte sie in der Praxis, insbesondere bei kleinen Betrieben wie Bäckereien, zu einer massiven Zunahme von Papierbelegen und damit zu Kritik wegen des bürokratischen Aufwands. Das Ministerium hebt hervor, dass die steigenden Energiepreise ebenfalls eine Herausforderung für Unternehmen darstellen. Zudem wird auf die bundesweiten Maßnahmen des Zolls gegen Schwarzarbeit in der Paketbranche hingewiesen, die für viele Unternehmen von Bedeutung sind: Zoll setzt bundesweite Maßnahmen gegen Schwarzarbeit in der Paketbranche um.
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Quellen: tagesschau
Bildquelle: KI generiert