Wirtschaft
Audi verzeichnet drastischen Gewinnrückgang: Herausforderungen in China und den USA
05.05.2026, 10:34 Uhr
Über einen Zeitraum von mehr als vier Jahren hat sich der Gewinn von Audi im ersten Quartal um 80 Prozent verringert. Zwei zentrale Themen bereiten dem Automobilhersteller erhebliche Schwierigkeiten: die Märkte in China und den USA. Finanzchef Jürgen Rittersberger äußerte, dass man „erheblichen Handlungsdruck“ verspüre und zusätzliche Einsparmöglichkeiten prüfe.
Im ersten Quartal erzielte der zur Volkswagen-Gruppe gehörende Automobilhersteller einen Nettogewinn von 559 Millionen Euro, was einem Rückgang von über 11 Prozent entspricht. Dies stellt den vierten Rückgang in Folge für das erste Quartal dar. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2022 hatte Audi noch einen Gewinn von 2,9 Milliarden Euro nach Steuern erwirtschaftet, was das Fünffache des aktuellen Ergebnisses darstellt.
Die gesamte Automobilindustrie sieht sich derzeit mit einem rauen Wind konfrontiert, der auch Audi stark trifft. Laut Rittersberger belasten die US-Zölle das Unternehmen mit einem Verlust im niedrigen dreistelligen Millionenbereich. Die Auswirkungen der neuesten Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump sind derzeit noch nicht absehbar. Positiv zu vermerken ist, dass ohne die Zölle ein Gewinnwachstum vor Steuern möglich gewesen wäre.
Probleme auf dem chinesischen Markt
Ein weiteres anhaltendes Problem für Audi ist der chinesische Markt. Der Gewinn aus dem China-Geschäft fiel auf lediglich 28 Millionen Euro, während es im Vorjahr noch 170 Millionen Euro waren. Audi leidet, wie viele deutsche Hersteller, unter dem intensiven Wettbewerb in China. Zudem führte das Wegfallen von Förderungen für Elektroautos zu einer Kaufzurückhaltung. Auch der bevorstehende Modellwechsel des wichtigen A6-Modells hat negative Auswirkungen, jedoch erwartet Rittersberger im Laufe des Jahres eine Verbesserung.
Um die Situation zu entschärfen, hat Audi eine neue Marke für den chinesischen Markt entwickelt, die ohne die bekannten vier Ringe auskommt und lediglich den Namen ‚Audi‘ trägt. Im Laufe des Jahres wird das zweite Modell dieser Marke eingeführt.
Zusätzlich musste Audi einen Umsatzrückgang von 15,4 auf 14,2 Milliarden Euro hinnehmen. Alle genannten Zahlen beziehen sich auf den Audi-Konzern, zu dem auch die Marken Bentley und Lamborghini gehören.
Rittersberger betonte: „Unsere Ergebnisentwicklung zeigt klar, dass wir erheblichen Handlungsdruck haben.“ Daher werde man die Maßnahmen zur Kosten- und Effizienzsteigerung weiterhin vorantreiben. Innerhalb des gesamten Volkswagen-Konzerns wird derzeit diskutiert, wie weitere Einsparungen realisiert werden können. Die Herausforderungen, vor denen Audi steht, sind ein deutliches Zeichen für die Schwierigkeiten, mit denen die gesamte Automobilbranche konfrontiert ist, insbesondere in einem sich schnell verändernden Marktumfeld.
Prüfung von Einsparmöglichkeiten
Auf die Frage nach weiteren Einsparmöglichkeiten erklärte Rittersberger, dass man kontinuierlich prüfe, wo Einsparungen möglich sind. Bei Audi habe man jedoch bereits „wirklich viel“ umgesetzt. Zum Werk in Neckarsulm, über das zuletzt Spekulationen aufkamen, sagte er, dass es sich um ein „ganz entscheidendes Werk“ für Audi handle, das modern, gut aufgestellt und ausgelastet sei. Die Prüfung von Einsparmöglichkeiten ist entscheidend für die Zukunft des Unternehmens.
Die Herausforderungen, vor denen Audi steht, sind ein deutliches Zeichen für die Schwierigkeiten, mit denen die gesamte Automobilbranche konfrontiert ist, insbesondere in einem sich schnell verändernden Marktumfeld. Mercedes zieht beliebte Modelle wegen Antriebsproblemen zurück.
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Quellen: n-tv
Bildquelle: Thomas Wolf, www.foto-tw.de via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 de)