Wirtschaft
Daimler Truck: Dramatischer Rückgang des Gewinns durch schwaches Geschäft in Nordamerika
06.05.2026, 07:09 Uhr
Analysten hatten bereits mit einem Rückgang gerechnet: Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck präsentiert äußerst enttäuschende Zahlen. Dies hat mehrere Ursachen.
Der Gewinn des Unternehmens ist im ersten Quartal dieses Jahres um 80 Prozent gesunken. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fiel das Konzernergebnis von 749 Millionen Euro auf lediglich 149 Millionen Euro, wie der Dax-Konzern aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart mitteilte.
Der Umsatz verringerte sich um 13 Prozent auf 9,98 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) brach um 71 Prozent von einer Milliarde Euro auf 292 Millionen Euro ein. Analysten, die von dem Unternehmen befragt wurden, hatten solche schwachen Ergebnisse bereits vorhergesehen.
Die finanziellen Ergebnisse seien in erster Linie durch eine verringerte Profitabilität im nordamerikanischen Geschäft beeinflusst worden, erklärte Daimler Truck. Dennoch berichtete der Konzern von einer „positiven Dynamik“ bei den Auftragseingängen, die im ersten Quartal um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegen seien. In den USA hätten sich die Auftragseingänge sogar noch deutlicher erholt.
„Wir sind gut aufgestellt, um im weiteren Jahresverlauf trotz eines herausfordernden ersten Quartals weitere Verbesserungen zu erzielen“, sagte Karin Rådström, die Chefin von Daimler Truck. „Diese Dynamik dürfte sich in den kommenden Quartalen positiv auf unsere Geschäftsentwicklung auswirken,“ fügte sie hinzu.
Der schwächelnde Markt in den USA und ein Rückgang bei den Verkaufszahlen von Bussen führten zuletzt zu einem erneuten Rückgang des Absatzes bei Daimler Truck. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden weltweit 68.849 Lastwagen und Busse verkauft, was einem Rückgang von neun Prozent entspricht. Die Verkaufszahlen von Mercedes-Benz sind ebenfalls betroffen.
Unter Druck nach Gewinneinbruch
Der Gewinn des unter Druck stehenden Nutzfahrzeugherstellers war im vergangenen Jahr bereits um 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf zwei Milliarden Euro gefallen. US-Zölle und eine schwache Nachfrage in Nordamerika hatten das Geschäft stark belastet. Auch Umsatz und Absatz waren rückläufig. Die Wettbewerbsbedingungen haben sich verschärft.
Um wettbewerbsfähiger zu werden, hatte Daimler Truck bereits im vergangenen Jahr ein Sparprogramm mit dem Namen „Cost Down Europe“ ins Leben gerufen. Bis 2030 sollen die laufenden Kosten in Europa um mehr als eine Milliarde Euro gesenkt werden. In Deutschland sind etwa 5.000 Stellen betroffen, insbesondere bei der Lkw-Marke Mercedes-Benz. Auch in Nordamerika sind Einsparungen geplant. Die Auswirkungen auf die Spritpreise könnten ebenfalls eine Rolle spielen.
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Quellen: n-tv