Bonn – Die aktuellen Überlegungen von Telekom-CEO Tim Höttges (63) werfen Fragen auf, die sowohl für Deutschland als auch für die Bundesregierung von Bedeutung sind. Höttges plant eine umfassende Fusion mit der US-Tochter T-Mobile, die als die größte Unternehmensfusion in der Geschichte angesehen werden könnte. Dies könnte zur Verlagerung des Hauptsitzes des Dax-Konzerns ins Ausland führen.
Die Grundidee besteht darin, die Deutsche Telekom und T-Mobile unter einer neuen Holding zu vereinen. Höttges verfolgt damit das Ziel, das wirtschaftliche Gewicht des US-Geschäfts, das den Großteil der Gewinne generiert und an der Börse höher bewertet wird als die Muttergesellschaft, besser abzubilden. T-Mobile US hat einen höheren Marktwert als die gesamte Telekom, was auf die getrennte Bewertung durch die Börse zurückzuführen ist.
Staatliche Zustimmung erforderlich
Ein entscheidender Punkt ist, dass die Bundesregierung einem solchen Vorhaben zustimmen müsste, da sie über den Bund und die staatliche Förderbank KfW insgesamt rund 28 Prozent an der Deutschen Telekom hält und somit als zentraler Aktionär auftritt. Es ist zu erwarten, dass der Bund auf Jobgarantien und den Erhalt von Standorten drängen wird, um wichtige Funktionen und Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern.
Verlagerung des Konzernsitzes ins Ausland
Es wird über die Gründung einer Holding mit Sitz in einem europäischen Land diskutiert, deren Aktien sowohl in den USA als auch in Europa gehandelt werden könnten. In diesem Szenario würden Entscheidungen stärker von internationalen Finanzmärkten beeinflusst, während der Einfluss deutscher Anteilseigner verringert werden könnte. Ein Beispiel für ein solches Vorgehen ist der Industriegasekonzern Linde: Nach der Fusion mit dem US-Unternehmen Praxair wurde eine neue Holding in Irland gegründet, die Hauptnotierung in die USA verlagert und der Einfluss Deutschlands signifikant reduziert.
Einfluss der US-Regierung
Auch in den USA wäre eine Zustimmung erforderlich, da T-Mobile US eine kritische Infrastruktur betreibt. Unter Präsident Donald Trump (79) wird die Regierung besonders darauf achten, dass amerikanische Interessen gewahrt bleiben und ausländischer Einfluss begrenzt wird.
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