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Zentralbanken verkaufen Gold: Ein Wendepunkt für die Märkte?

Zentralbanken weltweit haben in den letzten Jahren massiv Gold gekauft, um ihre Reserven zu stärken. Nun deuten Berichte darauf hin, dass einige Länder, darunter Polen, beginnen, große Mengen zu verkaufen, was das Ende der Goldpreisrally einleiten könnte.

Zentralbanken verkaufen Gold: Ein Wendepunkt für die Märkte?
Ibex73 via Wikimedia Commons (CC BY 4.0)

Zentralbanken verkaufen Gold: Ein Wendepunkt für die Märkte?

29.04.2026, 13:25 Uhr

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In den letzten Jahren haben Zentralbanken weltweit Tausende Tonnen Gold erworben, um ihre Währungsreserven zu diversifizieren und damit eine historische Rallye des Goldpreises zu fördern. Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs gibt es jedoch Berichte über signifikante Verkaufsaktivitäten.

Adam Glapinski, der Präsident der polnischen Zentralbank, hat in den letzten zwei Jahren durch massive Goldkäufe zur Preissteigerung beigetragen. Kürzlich äußerte er jedoch die Überlegung, große Teile der Goldreserven zu veräußern, um militärische Aufrüstungen zu finanzieren. Gleichzeitig haben mehrere andere Länder in den letzten Wochen ebenfalls größere Mengen Gold verkauft.

Die polnische Notenbank hat in den vergangenen Jahren etwa ein Viertel ihrer Währungsreserven in Gold umgeschichtet. Mit einem Bestand von 550 Tonnen zählt sie zu den zehn größten Goldhaltern weltweit. Glapinski begründete diese Strategie mit der Notwendigkeit, für Krisensituationen vorzusorgen, eine Ansicht, die von vielen anderen Notenbankchefs geteilt wird. Laut dem World Gold Council (WGC) kauften die Zentralbanken zwischen 2022 und 2024 jährlich über 1000 Tonnen Gold, während es 2025 noch gut 860 Tonnen waren. Brüssel plant „gezielte Hilfen“ für die Energiekrise.

Goldpreis unter Druck

Diese Käufe trugen maßgeblich zur Vervielfachung des Goldpreises in den letzten Jahren bei. Der Preis für eine Feinunze erreichte Ende Januar einen Rekordwert von fast 5600 Dollar, fiel jedoch seitdem um mehr als 1000 Dollar. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar ist der Goldpreis zeitweise um etwa 700 Dollar gesunken, aktuell liegt er bei rund 4600 Dollar.

Für die Zeit seit dem Beginn des Iran-Kriegs liegen noch keine vollständigen Daten vor. In den ersten drei Monaten des Jahres haben die Zentralbanken jedoch laut WGC ihre Goldbestände netto um über 240 Tonnen erhöht, was mit dem Preisrekord des Edelmetalls im Januar übereinstimmt.

Verkäufe im Kontext der Krise

Nach dem Ausbruch des Krieges dürften die Verkaufszahlen jedoch stark angestiegen sein. So hat die türkische Notenbank im März ihren Goldbestand um 131 Tonnen reduziert, was sowohl durch Verkäufe als auch durch Swapgeschäfte geschah. Diese Tauschgeschäfte wurden genutzt, um Devisen zu erhalten, um die türkische Lira zu stabilisieren, die durch steigende Energiepreise unter Druck geraten ist.

Insbesondere Schwellen- und Entwicklungsländer, die stark von Energieimporten abhängig sind, benötigen aufgrund der gestiegenen Ölpreise zusätzliche Liquidität, um Devisen für den Energieimport bereitzustellen. Auch die Zentralbank Ghanas sah sich gezwungen, Gold zu verkaufen, um Liquidität zu schaffen. Zudem hat die russische Zentralbank bis Ende März knapp 22 Tonnen Gold verkauft, um Löcher im Staatshaushalt zu schließen. Kritik und Zustimmung zum neuen Tankrabatt zeigen die Herausforderungen in der aktuellen Lage.

Gold bleibt eine Krisenwährung

Die Verkaufswelle bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass die Zentralbanken weltweit ihre Goldbestände insgesamt abbauen. Einige Währungsbehörden nutzen die Preiskorrektur, um weiterhin Gold zu kaufen, darunter auch die polnische Notenbank, trotz der Verkaufsüberlegungen ihres Chefs.

Die größeren Verkäufe im Zuge der Iran-Krise und der Rückgang des Goldpreises deuten laut WGC nicht darauf hin, dass Gold seine Funktion als „Krisenwährung“ oder „sicherer Hafen“ verliert. Im Gegenteil, die Entwicklungen zeigen, warum Zentralbanken Goldreserven aufbauen. Shaokai Fan, ein Zentralbankexperte des WGC, erklärte, dass Gold ein liquider Wert sei, der sich in unsicheren Zeiten typischerweise gut entwickle und daher eingesetzt werden könne, wenn er benötigt wird. Für einige Zentralbanken scheint dieser Zeitpunkt nun in der aktuellen Krise gekommen zu sein. Deutsche Bürger denken über neue Wege zur Rentenreform nach.

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Bildquelle: Ibex73 via Wikimedia Commons (CC BY 4.0)

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