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Bevölkerungsgrenzen: Die Erdsysteme und ihre Tragfähigkeit

Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Erde bereits über der maximalen Tragfähigkeit lebt. Mit einer Bevölkerung von über 8 Milliarden Menschen drohen ernste Umweltkrisen, wenn keine grundlegenden Veränderungen im Ressourcenverbrauch erfolgen.

Bevölkerungsgrenzen: Die Erdsysteme und ihre Tragfähigkeit
depositphotos

Wasserknappheit, Klimawandel und das Verschwinden von Arten sind nicht nur Umweltprobleme, sondern auch Anzeichen für eine überlastete Erde. Eine aktuelle Studie warnt, dass die gegenwärtige Weltbevölkerung weit über dem liegt, was langfristig tragfähig ist. Ohne grundlegende Veränderungen drohen schwerwiegende Krisen.

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Die Erde ist für die Menschheit bereits jetzt zu klein geworden, wenn der Ressourcenverbrauch auf dem aktuellen Niveau bleibt. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forschungsteam unter der Leitung von Corey Bradshaw von der Flinders University in Australien. Laut der neuen Studie lebt die Weltbevölkerung bereits über den Grenzen dessen, was der Planet auf Dauer verkraften kann.

Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Environmental Research Letters“ veröffentlicht. Die Forscher haben Bevölkerungsdaten aus mehr als 200 Jahren analysiert und ermittelt, wie viele Menschen die Erde langfristig ernähren kann. Dabei unterscheiden sie zwischen einer maximalen und einer optimalen Tragfähigkeit. Die maximale Tragfähigkeit liegt ihren Berechnungen zufolge bei etwa zwölf Milliarden Menschen, jedoch nur unter Bedingungen von Hunger, Krankheiten oder Konflikten. Die „optimale“ Tragfähigkeit, die einen nachhaltigen Lebensstandard ermöglicht, schätzen die Wissenschaftler auf lediglich rund 2,5 Milliarden Menschen.

„Die Erde kann mit der Art und Weise, wie wir Ressourcen nutzen, nicht Schritt halten“, erklärt Studienautor Bradshaw. „Sie kann nicht einmal die heutige Nachfrage ohne grundlegende Veränderungen tragen – unsere Ergebnisse zeigen, dass wir den Planeten stärker belasten, als er überhaupt verkraften kann.“

Bevölkerungswachstum und fossile Energien

Nach Einschätzung der Forscher war die Nutzung fossiler Energien entscheidend für das starke Bevölkerungswachstum im 20. Jahrhundert. Kohle, Öl und Gas ermöglichten eine höhere Lebensmittelproduktion, einen effizienteren Gütertransport und die Versorgung einer größeren Anzahl von Menschen, als es mit erneuerbaren Ressourcen allein möglich gewesen wäre. Die Studie kritisiert, dass heutige Wirtschaftssysteme, die auf ständigem Wachstum basieren, die regenerativen Grenzen der Erde ignorieren, da fossile Brennstoffe diese Lücke künstlich schließen.

Die Entwicklung der Weltbevölkerung hat sich ebenfalls verändert: Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung rasant. Seit den 1960er-Jahren nimmt sie zwar weiterhin zu, jedoch hat sich das Wachstum verlangsamt. Die Zahl der Menschen steigt also weiterhin, jedoch nicht mehr mit der gleichen Dynamik wie zuvor. Bradshaw bezeichnet dies als den Beginn einer „negativen demografischen Phase“.

Ökologische Grenzen und Warnsignale

Für die Forscher ist das verlangsamte Wachstum kein Grund zur Entwarnung, sondern vielmehr ein Warnsignal. Sie sehen darin ein Indiz dafür, dass die Menschheit bereits an ökologische Grenzen stößt. Mehr Menschen führen nicht zwangsläufig zu schnellerem Wachstum, da Ressourcen, Lebensräume und Versorgungssysteme zunehmend unter Druck geraten. Sollte dieser Trend anhalten, könnte die Weltbevölkerung laut der Studie bereits in den späten 2060er- oder 2070er-Jahren mit etwa 11,7 bis 12,4 Milliarden ihren Höhepunkt erreichen.

„Die lebenserhaltenden Systeme des Planeten stehen bereits unter Druck, und ohne rasche Veränderungen bei der Nutzung von Energie, Land und Nahrung werden Milliarden Menschen mit wachsender Instabilität konfrontiert sein“, warnt Bradshaw.

Handlungsbedarf und Hoffnung

Trotz der alarmierenden Ergebnisse sieht die Studie auch Chancen für Veränderungen. Die Forscher betonen, dass noch Spielraum für Maßnahmen besteht. „Die Erde kann die zukünftige menschliche Bevölkerung – nicht einmal die heutige – ohne einen grundlegenden Wandel im Umgang mit Land, Wasser, Energie, Biodiversität und anderen Ressourcen nicht tragen“, schreiben sie. Bradshaw fügt hinzu: „Kleinere Bevölkerungen bei geringerem Verbrauch führen zu besseren Ergebnissen – sowohl für die Menschen als auch für den Planeten.“ Das Zeitfenster für Veränderungen wird jedoch kleiner, „aber echte Veränderungen sind noch möglich, wenn Staaten zusammenarbeiten.“ Zudem wird der Einfluss hochdosierter Grippeimpfungen auf das Alzheimer-Risiko im Fokus der Forschung.

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Bildquelle: depositphotos

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