Die Orion-Raumkapsel der NASA landete im Pazifischen Ozean vor der Küste Kaliforniens.
San Diego
11.04.2026 / 12:28
Nach einer bemerkenswerten Mission sind die ersten Menschen seit über 50 Jahren, die sich in der Nähe des Mondes befanden, sicher auf der Erde gelandet. Die vier Astronauten der „Artemis 2“-Mission, darunter die US-Astronauten Christina Koch, Victor Glover, Reid Wiseman und der Kanadier Jeremy Hansen, landeten planmäßig im Pazifik nahe San Diego, wie die US-Raumfahrtbehörde NASA mitteilte. Die Landung wurde als „Bilderbuch-Landung“ beschrieben.
Spezialkräfte der NASA und des US-Verteidigungsministeriums halfen den Astronauten beim Verlassen der Kapsel und transportierten sie anschließend per Helikopter zu einem speziellen Schiff. NASA-Chef Jared Isaacman begrüßte die Astronauten persönlich und gratulierte ihnen zu dieser „historischen Errungenschaft“. Die Crew zeigte sich in guter Verfassung und wurde als „gesund und glücklich“ beschrieben. Nach einer medizinischen Untersuchung sollen sie nach Houston zurückgebracht werden.
US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Mondmission als „spektakulär“ und die Landung als „perfekt“ auf seiner Online-Plattform Truth Social. Auch der kanadische Premierminister Mark Carney hieß die Crew „willkommen zu Hause“ und gratulierte zu dieser „historischen Leistung“.
Komplexe Landung und Rekorde
Die Landung stellte ein anspruchsvolles Manöver dar, bei dem die Kapsel zeitweise Geschwindigkeiten von bis zu etwa 38.400 Kilometern pro Stunde erreichte, was für die Astronauten eine enorme körperliche Belastung bedeutete. Ein spezieller Hitzeschild schützte die Astronauten vor der extremen Hitze, die beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre auftrat. Für etwa sechs Minuten fiel die Kommunikation mit dem Kontrollzentrum aus. Mithilfe von Fallschirmen wurde die Kapsel schließlich sanft im Pazifik abgebremst.
Erste Menschen in der Nähe des Mondes seit über 50 Jahren
Die vier Astronauten waren die ersten Menschen seit mehr als 50 Jahren, die sich in der Nähe des Mondes aufhielten. Sie starteten in der vergangenen Woche an Bord der „Orion“-Kapsel mit dem Raketensystem „Space Launch System“ vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida.
Für Glover, Koch und Wiseman war es der zweite Flug ins All, während Hansen seinen ersten Raumflug absolvierte. Koch wurde zur ersten Frau, die an einer Mondmission der NASA teilnahm, Glover zum ersten nicht-weißen Astronauten und Hansen zum ersten Kanadier in diesem Kontext.
Über 2,3 Millionen Kilometer zurückgelegt
Der Flugverlauf von „Artemis 2“ glich einer Acht um Erde und Mond. Die Astronauten legten insgesamt mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurück. Sie umkreisten den Mond und entfernten sich weiter von der Erde als jemals zuvor Menschen. Mit ihrer „Orion“-Kapsel übertrafen sie den Rekord der „Apollo 13“-Mission von etwa 400.171 Kilometern. An ihrem weitesten Punkt waren sie rund 406.771 Kilometer von der Erde entfernt und näherten sich dem Mond auf etwa 6.545 Kilometer. Eine Landung war bei dieser Mission nicht vorgesehen.
Während ihres Vorbeiflugs am Mond beobachteten die Astronauten den Himmelskörper rund sieben Stunden lang intensiv. Besonders auf der Rückseite des Mondes konnten sie aufgrund der Sonnenverhältnisse Dinge sehen, die zuvor noch nie von einem Menschen betrachtet wurden. Für etwa 40 Minuten war es den Astronauten, wie erwartet, nicht möglich, mit dem Kontrollzentrum auf der Erde zu kommunizieren.
Beobachtungen und zukünftige Missionen
Gegen Ende ihres Vorbeiflugs am Mond konnten die Astronauten mit speziellen Brillen sogar eine Sonnenfinsternis beobachten, bei der die Sonne aus der Perspektive der „Orion“ hinter dem Mond verschwand.
Der erste Mensch, der den Mond betrat, war Neil Armstrong am 20. Juli 1969. Der letzte Mensch, der den Mond verließ, war im Dezember 1972 der verstorbene NASA-Astronaut Eugene Cernan mit der „Apollo 17“-Mission. Insgesamt haben die USA als bislang einziges Land zwischen 1969 und 1972 mit den „Apollo“-Missionen zwölf Astronauten auf den Mond gebracht.
Die „Artemis 2“-Mission stellt einen bedeutenden Schritt in Richtung eines neuen Mondprogramms dar, das bemannte Landungen und eine dauerhafte menschliche Präsenz auf dem Mond zum Ziel hat. Die NASA plant, bald die Crew für die nächste Mondmission „Artemis 3“ bekannt zu geben. „Der Weg zum Mond ist offen“, erklärte NASA-Manager Amit Kshatriya. „Aber es liegt mehr Arbeit vor uns als hinter uns.“
Bildquelle: ai-generated-gemini